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EIN TAG IM LEBEN EINES TIERSCHÜTZERS

Eine Geschichte aus Nitra
SnimkaDiese Geschichte begann vor 3 Wochen, als eine Hündin in einem Dorf in der Slowakei ihre Welpen zur Welt brachte. Der Besitzer brachte sie ausnahmsweise nicht sofort um. Normalerweise werden die Welpen sofort ertränkt oder ihnen das Genick gebrochen. Diesmal lies er sie bei ihrer Mutter und die kleinen Hundewelpen tranken bei ihrer Mutter. Jedoch nach 3 Wochen packte der Mann sie in eine Plastiktüte und warf sie in den Straßengraben irgendwo außerhalb der Stadt.

Snimka Sie wären mit Sicherheit verhungert oder erfroren in der Kälte. Doch einem dieser Hundebabys ist es gelungen die 2 Meter hohe Böschung bis zur Straße zu erklimmen und es setzte mitten auf die Straße. Gestern Abend fuhr eine Frau an dieser Stelle vorbei, sah den Welpen, stoppte und nahm ihn mit zu uns ins Tierheim. Sie erzählte mir, dass sie keine weiteren Welpen dort gesehen hat.

Aber ich glaube nur was ich selbst gesehen habe. Ich nahm das Auto, fuhr dort zu der Stelle und suchte. Ich lief mehr als 5 km und fand leider gar nichts. Zurück ging ich auf der anderen Straßenseite und dann war ich erfolgreich. Ich fand eine Plastiktüte mit 4 Welpen. Ich nahm sie mit zu Lucy nach Hause. Wir verabreichten Medikamente, Infusionen, fütterten sie mich Milch.

Snimka Bis zum heutigen Tag, starb uns nur ein Welpe. Und genau das Welpenmädchen, welches auf der Straße saß als die Frau vorbeifuhr. Sie war durch das lange Sitzen auf der Straße vollkommen ausgekühlt. Sie bezahlte mit ihrem Leben, damit ihre Brüder und Schwestern überleben konnten. Ich bin sehr traurig darüber. Die anderen Welpen sind ok und ich hoffe sie bleiben gesund. Sie waren zusammen in der Tüte und dort konnten sie sich wärmen.

LG
Fero und Lucy


Claudios Botschaft
claudio Ich lernte Kater Claudio vor einigen Wochen kennen. Eigentlich sah ich zuerst nur sein Foto, das ihn in einer spanischen Perrera zeigte. Wir schrieben nach Spanien und ließen ihn und die anderen fünf Katzen auf den weiteren Fotos herausholen, so dass sie nach Deutschland fliegen konnten.

Als ich Claudio das erste Mal sah, schloss ich ihn fest in mein Herz. Kennen Sie das? Manchmal sieht man jemanden und weiß gleich, „Hey, genau für jemanden wie Dich ist ganz viel Platz in meinem Herzen“!

Er war der Typ der jeden begrüßte mit einem Blick der sagte: „ Hey, Du siehst nett aus, Du bist sicher mein Freund!“ Ich sah aber auch, dass Claudio nicht gesund war, nach vielen Jahren Tierschutz erkennt man schnell was sich für viele andere noch verbirgt. Wir ließen umgehend ein großes Blutbild machen, um Gewissheit zu bekommen. Leider hatte ich Recht, ich hatte so sehr gehofft mich zu irren...

claudio Ich erfuhr es, als ich gerade unterwegs war und unsere Tierärztin mich am Handy anrief. Ihre Stimme verhieß nichts Gutes und sie bestätigte meine Befürchtungen, dass Claudio FIP-positiv war. Da er bereits sehr dünn war und immer wieder hohes Fieber hatte, war die Frage, ob man sogleich einschläfern sollte. Aber ich konnte nicht, ich habe in diesem Jahr schon zu viele Tiere sterben gesehen... Wir beschlossen, Claudio behandeln zu lassen, ich in dem eisernen Willen um ihn zu kämpfen, meine Tierärztin in der Gewissheit, dass ich dies brauchte, und obwohl wir beide wussten, dass es nur eine Frage der Zeit war. Aber Claudio schnurrte sehr viel, er schmuste und spielte, auch wenn er schnell müde wurde. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte er noch so viel Lebenswillen, dass ich seinen Willen einfach nicht in Frage stellen wollte und konnte. Zwei Minuten nach diesem Telefonat rief eine der THV-Pflegestellenbetreuerinnen an und sagte, dass in einer unserer neuen Pflegestellen die beiden Pflegekatzen so schnell als möglich ausziehen müssten, denn beim Tierarztcheck waren ein paar Flöhe gefunden worden. Sicher, das ist nicht angenehm, aber alle unsere Pflegestellen werden vor der Aufnahme von Pfleglingen mündlich und schriftlich informiert, was auf einen zukommen kann und in seltenen Fällen eben auch mal ein paar Flöhe. Die Katzen waren bei unserer Tierärztin dagegen sofort behandelt und somit inzwischen die Flöhe unschädlich gemacht worden. Aber sie mussten trotzdem weg, denn so hatte man sich das ja nicht vorgestellt.

claudio Während mir die Pflegestellenbetreuerin dies aufgeregt und entrüstet erzählt, hämmert es in meinem Kopf. WAS hatte man sich denn WIE vorgestellt? Die Leute hatten sich bei uns gemeldet, alle Informationen in persönlichen Gesprächen schriftlich und mündlich erhalten, wir haben alles was im schlimmsten Fall auf einen zukommen kann angesprochen und es waren erwachsene Menschen, die sich dafür entscheiden hatten. DAFÜR bedeutet in diesem Fall sich im Tierschutz zu engagieren, Tiere aufzunehmen, die in Not sind, die oftmals durch die Hölle gehen mussten, vielen ist weder Hunger, Durst, Kälte, Dreck oder Schläge fremd. Sie kommen in unsere Pflegestellen, damit wir sie oftmals mit diesem Schritt vor einem schlimmen Schicksal retten. Und besonders die Menschen, die sich im Tierschutz engagieren möchten, sollten sich über diese Aufgabe und Verantwortung bewusst sein.

Es ist keine romantische Aufgabe und man bekommt auch keine Preise dafür. Tiere, weil ein inzwischen behandelter Flohbefall festgestellt wurde - was übrigens bei unseren eigenen Tieren jederzeit passieren kann, wenn sie keinen entsprechenden Schutz haben - wieder abzuschieben, ist ein Irrsinn. Heute ist der 26. November und Claudio lebte vier Wochen bei mir. Er brauchte täglich Spritzen, eine immer laufende Wärmeplatte, mehrmals täglich Fieber messen und viel Zuwendung und Liebe. Ich hätte für diesen kleinen Zwerg alles getan, hätte ich damit sein Leben retten können.

Ich habe dies alles für Claudio aufgeschrieben, denn sein Schicksal soll nicht umsonst gewesen sein. Claudio zeigte uns, dass wir manchmal für ein Tier kämpfen und nur für ein paar Wochen gewinnen zu scheinen. Für uns ein paar Wochen, für ein Tier hat es vielleicht das erste Mal im Leben einen Ort gegeben, wo es Liebe, Respekt und Würde erfahren hat. Sicher, man wünscht sich immer das Happy End, dass man ein tolles Zuhause findet und das Tier lange in seiner geliebten Familie lebt. Aber das gelingt nicht immer, manchmal ist die Zeit gegen uns.....

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich als Pflegestelle im Tierschutz engagieren zu wollen, überlegen Sie bitte gut. Ich möchte über Niemand richten, aber man sollte in der Lage sein, für ein Tier wirklich da zu sein, komme was wolle und sich ansonsten lieber dagegen entscheiden. Denn die Tiere brauchen endlich Respekt und die Begleitung verantwortungsbewusster Menschen, nicht das Gefühl, wieder nicht willkommen zu sein. Ich möchte Claudios Schicksal als Botschaft und als Erinnerung schicken, dass wir Menschen beim Treffen unserer Entscheidungen eine Verantwortung eingehen und die uns anvertrauten Schützlinge es so sehr brauchen, dass wir uns dessen bewusst sind und dies auch ausüben, egal welchen Weg wir mit einem Tier zu gehen haben. Machs gut Claudio, in unserem Herzen wirst Du immer weiter leben, ich hätte alles für Dich getan, hätte es eine Chance gegeben, dass Du bleiben kannst.

Liebe Grüße Fiona und Steffi


Ein ganz normaler Tag in Aldea
Katzen-Kastrations-Projekt vom 22. - 30.1.2005
von Gabriela Birrwyler
 6.30 h das Bett verlassen, Unterlagen, Berichte, Laptop, Fotoapparate, div. Utensilien richten und wieder ins Auto laden.
7.15 h suchend unterwegs, in dem noch nicht ganz so ortskundigen San Nicolas, einen offenen Supermercado oder Spar zu finden. Im Galopp mit Wägeli zwischen den Regalen durch, „was brauchen wir alles für das Frühstück und die Zwischenverpflegung für die ca. 18 Personen?“ Brot, Milch, Käse, Butter, Joghurt, Früchte, Würste, Tomaten, Gemüse, Salat, Konfekt, süsses, Getränke und Red Bull. WC-Papier, Putzmittel, Plastik-Geschirr und Besteck. Schwer beladen im Sauseschritt an die Kasse, der Kassier tippt und tippt und tippt und die wartende Schlange hinter mir wird immer länger, während ich alles schnell einpackte und springend alles in mein vor der Tür parkiertes Auto verlud, der Kassenstreifen wurde immer länger und am Schluss stieg noch die Kasse aus. Endlich konnte ich die paar Kleinigkeiten bezahlen und abdüsen. Schwerbeladen fuhr ich bei unserem Kastrations-Camp vor.  Gott sei Dank, Muriel ist auch schon da und hat bereits den Kaffee vorbereitet. Im Eiltempo packten wir die Einkäufe aus und verstauten diese auf und unter dem Verpflegungstisch, im Kühlschrank, und den Rest hängten wir in den Tüten an die Wände.
Nun musste ich schnell die 55 kastrierten Katzen kontrollieren, wo etwas nicht stimmte, orange Infozettel mit dem Sachverhalt draufkleben, allen Katzen etwas Wasser geben und ev. die verrupften Abdecktücher durch neue ersetzen, danach den Pflegefällen, die 1-2 Tage länger bleiben mussten Futter und Wasser reichen. Mein Bauch meldete sich, ich hatte Hunger, aber keine Zeit zum essen, zweimal habe ich schon versucht einen Kaffee zu trinken, nun ist er schon wieder kalt.
 Bereits kamen schon wieder neu eingefangene Katzen rein und die ersten 23 von der Nacht sind noch nicht Kontrolliert und eingeteilt für den neuen Kastrationstag und mussten noch mit neuen Abdecktücher und nach dem zeitlichen Eingang sortiert werden. Schon kommen die ersten um Katzen zu fassen, welche jetzt wieder an ihren alten Platz zurück gehen können, die Hektik ist gross, denn ich muss aufpassen, dass nicht Tiere mitgenommen werden, die noch einen Tag länger bleiben mussten.

Nun stehen auch schon die Tierärzte da und holen neu Katzen zum kastrieren. Im gleichen bringen sie mir Spritzen und Nadeln die ich vorbereiten muss und die OP-Papiertücher zum zuschneiden. Zur gleichen Zeit muss ich zwischendurch noch die Boxen mit Zeitungen auslegen und die Abdecktücher richten und beim Kastrationsraum deponieren, dahinein kommen die frisch kastrierten Katzen.

 Schon stehen 8 frisch kastrierten Katzen in den Boxen im Hof und auf der andren Seite 12 verschmutzte Katzenfallen, schnell die verschmutzten Fallen von Folienpapier oder Karton säubern und für die Reinigung und Desinfizierung hinstellen, denn es kommen bereits auch schon die verschmutzten Boxen retour, aus welchen die Katzen wieder freigelassen wurden. Es ist ca. 11.00 h die exzessiv höchsten Stufe ist erreicht.

 Wir brauchen neue gerichtete Spritzen und OP-Tücher!
Ich brauche Trampas !(Fallen) geht noch nicht, sind noch nicht sauber! Wo bleibt denn nur Kelly, welche die Fallen und Boxen säubern muss?
Wir brauchen neu Boxen! Ja ich richte sofort neue!
Wo sind die Abdecktücher? Es sind keine mehr da, ich muss zuerst neu zuschneiden!
Welche Katzen kommen jetzt dran zum kastrieren?
Wo ist das Red Bull? Hat es kein Red Bull mehr. Jeder schnappte sich im vorbeigehen etwas vom Verpflegungs-Tisch.

 Irgendwo liegen jetzt die zurückgekommenen Abdecktücher am Boden. In den Rabatten stapeln sich ca. 53 schmutzige Katzen-Boxen, im Hof stehen auch schon wieder ca. 30 schmutzige Katzen-Fallen.

 Gegessen hatte ich immer noch nichts, darum schnappte ich mir jetzt eine Banane, welche ich dreimal auf einer Box parkieren musste und stürzte in drei Schlucken meinen kleinen kalten Kaffee herunter. Nun waren die letzten Katzen gegangen, welche an diesem Tag wieder an ihren Ort zurückgebracht werden durften, nun musste sofort der Boden gesäubert werden, alte Zeitungen weg, Boden säubern, neue Zeitungen hinlegen, denn die neu kastrierten Katzen stehen schon bereit.

Kontrolle und Namenzuordnung von den neuen kastrierten Katzen. An den Wänden stehen die Namen von den Einfängern und auf den Boxen stehen die genauen Angaben. Wer die Katze eingefangen hat, wo, Datum, Zeit, Farbe der Katze und besonderes. Jede Katze kontrollieren bis und wie sie aufwacht.

 Und ständig klingelt das Telefon, Muriel leitete das Projekt und war ständig mit allen in Kontakt, Gemeinde, Gemeinde-Veterinärin, Tierärzten, schaute, für die Nachversorgung von Medikamenten oder sonstiges, empfing Besucher, organisierte frische gewaschene Abdecktücher, den Aldea hat keine Wäscherei und nebenbei führte sie genau Buch über jede Katze (Rapportblätter von den Tierärzten) und erstellte die genaue Tages-Statistik und half mit wo es nur ging.

Nun ist es 15.00 h und es kehrte wieder etwas Normalität ein, zwischendurch kamen mal ein bis zwei Tierärzte in die Pause für eine kleine Zwischenverpflegung.

 Nun geht es gegen 16.00 h, der Platz wo die Katzen in der Warteschlange für die Kastrationen stehen, ist fast leer. Also auch hier wieder die alten Zeitungen weg, Boden säubern und aufwaschen, neue Zeitungen legen. Endlich ist es etwas ruhiger im Raum, aber nun müssen noch alle Katzenboxen und Fangfallen gesäubert, getrocknet und inkl. Abdecktücher gerichtet werden, denn gegen 17.00h werden bereits wieder die ersten Fangfallen gefasst.

Nun waren die Ärzte mit kastrieren fertig und Dr. Sonja schaute noch nach den Katzen die mir etwas sorgen machten, zwei brauchten Antibiotika und noch etwas Futter. Eine Katze musste noch in eine andere Box umgesetzt werden, und mir ist noch eine Babykatze beim Füttern abgehauen, mein „Krümmel-Monster“ weol die Mama kastriert wurde.

 Bis alles gesäubert, verräumt und die letzten kastrierten Katzen schön säuberlich beim richtigen Namen parkiert und kontrolliert waren und ich einen Blick auf meine Uhr warf, war es bereits 20.15h und ich stieg glücklich aber sehr müde in meinen alten Renault Express ohne Servolenkung, was meine Arme an diesem Abend stark zu spüren bekamen.

Abschliessend möchte ich mich noch bei allen bedanken die mithalfen, es waren alles freiwillige Helfer und alle setzten sich unermüdlich für eine wunderbares Projekt ein, wir waren ein tolles Team.

Danke! Gabriela Birrwyler


Sommermorgen
Ich habe gerade die Türen unseres Häuschens geöffnet und es mir - mit Kaffee und Zigarette bewaffnet - auf einem Gartenstuhl bequem gemacht. Ich möchte die ersten Sonnenstrahlen genießen, bevor die große "Raubtierfütterung" beginnt. Vor mir auf dem Rasen strecken sich gähnend die Hunde, rollen sich die Katzen wohlig im noch feuchten Gras, der freche Rabe Moon springt von einem zum anderen, pieckt hier in den Po und zuppelt dort am Schwanz.

SommermorgenDie drei Hähne nehmen unter dem Busch das erste Sandbad und die beiden Kitze knabbern sehr wählerisch und genüßlich ganz nach Rehmarnier an Halmen und Kräutern, um gleich darauf wie geölte Blitze durch den Garten zu schießen. Auch die gestern frei gelassene Elster Szu-Szu ist wieder da, läuft aufgeregt zwischen all den Tieren hin und her und macht lautstark darauf aufmerksam, daß sie nun wirklich langsam Hunger hat.

Und dann ist da noch Geronimo, unser tapferes "Schiefhalskaninchen", der ganz offensichtlich nicht so recht weiß, wie die spielerische Umarmung von Katerchen Nanuk gemeint ist. Ich schnappe mir Nanuk und er wird zwangsgekuschelt, damit sich Geronimo in Ruhe über den Klee hermachen kann.

Ja, ich habe das Glück, mit vielen Tieren leben zu dürfen und das ist es, was ich immer wollte. Doch nie hätte ich es für möglich gehalten, so viele verschiedene Arten in friedlicher Eintracht um mich haben zu können. Denn - so freundlich und friedfertig sie hier auch alle sind - ich weiß, daß einige durchaus das Potential zum Töten haben, daß hier auch "natürliche Feinde" miteinander leben.

Und gerade deshalb habe ich die größte Hochachtung vor diesen Geschöpfen, die einander respektieren, den nicht sehr großen Lebensraum miteinander teilen, immer wieder Neuankömmlinge freundlich aufnehmen, auch wenn es sich um Arten handelt, die sie noch nicht kennen, die eigentlich Nahrung für sie bedeuten, mit denen sie nicht kommunizieren können und mit denen sie nicht nur die Aufmerksamkeit ihrer Menschen teilen, sondern an die sie diese anfangs sogar gänzlich abtreten müssen.

Und wenn jemand sehr krank ist, wie jetzt gerade das Kitz Ayleen, dessen Leben über eine Woche lang am seidenen Faden hing, und eine Rundumbetreuung nötig ist, dann kommen alle anderen häufig sehr zu kurz. Doch es gibt keine Eifersüchteleien, keine Bosheiten, keine Seitenhiebe. Als hätten alle Verständnis und machten sich ebenfalls Sorgen, werden auch solche Zeiten geduldig mitgetragen.

Und ich frage mich leise, warum wir Menschen das nicht hinbekommen? Was ist bei uns schief gelaufen, daß sogar unsere eigene Art nicht vor uns sicher ist, wir in unserer Grausamkeit und Gleichgültigkeit nicht einmal vor den eigenen Kindern halt machen? Und den Kindern anderer Tiere in unserer Gier nach ihrem Fleisch ohne Skrupel die schlimmsten Quälereien zumuten, sie von ihren Müttern trennen, sie in Angst und Schrecken versetzen und ungerührt ihr Wehklagen überhören? Was sind wir Menschen für eine sonderbare Spezies, die immer nur auf das eigene Wohl bedacht ist ... aber dennoch blind und mit unglaublicher Energie daran arbeitet, auch den eigenen Lebensraum zu zerstören?

Eine Spezies, die sich unvermindert vermehrt, ja, sich gegen alle anderen Arten rücksichtslos ausbreitet und dabei nicht erkennt, daß unser Globus nicht noch mehr von uns verkraften kann? Und ja, eine Spezies, die einfach keinen Frieden geben kann, nicht mit der eigenen Art, nicht mit der Natur und am allerwenigsten mit unseren Mitgeschöpfen. Eine Spezies, die bei aller hochentwickelten Intelligenz das Wichtigste verlernt hat: Respekt!

Düstere Gedanken für einen herrlichen Sommermorgen, aus denen mich das Spielgefiepe der Rehkitze reißt. Mein Blick fällt wieder auf die friedliche Gemeinschaft der vielen so unterschiedlichen Tiere um mich herum ... ja, Respekt! "So, Kinners, und nun wird gefrühstückt!"


Drei Tage mit dem Mallorca-Rudel
von Winnie vom Verein "Herztier"
3tagemalle01Mein Wecker schellt, aber ich liege bereits wach im Bett. Es ist 2:15 Uhr morgens am 14. Januar 2006 und Zeit, aufzustehen. Kurze Zeit später kommt auch Gabi in die Küche, die bei uns übernachtet hat. Wir trinken noch einen Kaffee und in der Zwischenzeit trifft auch Marion ein. Wir sind aufgeregt und freuen uns auf den gemeinsamen Flug nach Mallorca, um endlich Heidi, Thomas und die Hunde persönlich zu sehen. Pünktlich zur Abfahrt meldet sich Melli, die uns zum Flughafen fährt und vor der Türe wartet. Schnell sind die Koffer mit Spenden und die Transportboxen im Wagen verladen und los geht die Fahrt nach Düsseldorf.

Am Flughafen angekommen, verabschieden wir uns mit einer Umarmung von Melli, der wir alle sehr dankbar für die Fahrt sind. Der Check-in ist schnell erledigt und wir haben auch keinen allzu langen Aufenthalt in der Wartehalle, können aber noch in Ruhe Kaffee und Tee trinken. Mir ist mittlerweile vor Aufregung ganz übel und so langsam steigt die gewohnte Flugangst in mir auf, als wir in die Maschine gehen. Zum Glück haben wir eine verkürzte Flugzeit und landen ohne Probleme um kurz nach 8 Uhr auf dem Flughafen Palma de Mallorca. Das Gepäck ist schon auf unserem Förderband, als wir in die Ankunftshalle kommen, dafür warten wir unendlich lange am Mietwagen-Stand, um unsere Papiere und den Wagenschlüssel zu bekommen.

Im Parkhaus dann nach kurzer Suche der Schock: Wir haben anstatt des gebuchten Corsas einen "gleichwertigen" Kleinwagen bekommen - einen Micra! Wenn man dann versucht, einen großen und einen kleinen Koffer, 3 Rucksäcke und Taschen sowie zwei riesige Transportboxen mit Spendengütern gefüllt in ein solches Auto zu packen, stellt man schnell fest, wie wenig Platz so ein Micra-Kofferraum bietet ;-) Mit viel Drücken und Biegen schaffen wir es dann doch und Gabi setzt sich hinters Steuer. Ich sitze eingequetscht auf der Rückbank zwischen Rucksäcken, einer Box und dem Koffer - gemütlich…

3tagemalle02Nachdem unser Auto keinen Platz mehr für etwas lässt, schmeißen wir unseren Terminplan um und fahren direkt zu unserem Appartement bei Cala Ratjada. Eigentlich war die Fahrt zur Perrera von Son Reus geplant, um von dort Hunde mitzunehmen. Die Fahrt dauert etwas über eine Stunde und wir kommen an unserem Appartement an. Das meiste Gepäck lassen wir im Auto, weil es sowieso zu Heidi und Thomas gebracht werden muss. Das Appartement ist gemütlich und liegt ruhig in einer Seitenstraße. Kalt ist es, weil der kleine Heizkörper den ganzen Wohnraum gar nicht aufwärmen kann. Wir nutzen die verbleibende Zeit für einen Spaziergang am Meer in der Sonne. Draußen sind es angenehme 15 Grad, so dass wir unser Mittagessen auf einer Hotelterrasse einnehmen. Wir wollen einkaufen gehen und laufen ca. 1,5 Stunden ziellos durch den Ort, um am Ende festzustellen, dass der gesuchte Supermarkt fast gegenüber von unserem Appartement liegt. Zwischendurch telefoniere ich mit Heidi und wir vereinbaren, dass Heidi uns mitteilt, wann wir zu ihr kommen können. Das Warten fällt uns schwer und als Heidi dann anruft, warten wir keine Sekunde und steigen ins Auto.

Die Fahrt nach Artà ist schnell vorbei, nach ca. 10 Autominuten stehen wir vor dem Grundstück der Finca. Heidi öffnet die große Türe und endlich stehen wir uns gegenüber. Eine herzliche Begrüßung, unterstützt von lautem Gebell der vielen Hunde, die alle hinter einem kleinen Gitter vor dem Eingangstor auf uns warten. Es ist ein absolut überwältigendes Gefühl, die Hunde vor sich zu sehen, die man bisher nur von Fotos kennt. Ich sehe Chusca und sie sieht viel hübscher aus als auf den bekannten Bildern, der kleine traumatisierte und ängstliche Jimmy steht ganz hinten in sicherem Abstand und bellt uns entgegen, Balu, der riesige eigene Hund von Heidi und Thomas steht mittendrin und schaut uns ruhig entgegen, Julio kommt auch um die Ecke gerast und wedelt freundlich. Blacky ist viel kleiner als erwartet und in diesem Moment schießen mir die Tränen in die Augen, weil ich einfach glücklich bin, dass so viele Hundeleben vor der Tötung gerettet wurden. Jeder von Ihnen hat seine eigene traurige Vergangenheit und allen geht es nun endlich gut, sie sind in Sicherheit und sehen glücklich aus - ein emotionaler Moment, der kaum zu beschreiben ist. Wir gehen zu den Hunden und begrüßen sie. Chusca ist kaum zu bändigen und springt immer wieder an mir hoch, fordert mich zum Spiel auf und zerrt an meiner Jacke. Das Mädchen steckt voller Power und hat sich auf der Finca zu einer wunderschönen Hundedame entwickelt. Plötzlich schießt Ronny um die Ecke und begrüßt überschwänglich Gabi und Marion. Er ist viel kleiner als erwartet und sieht aus wie ein Minigalgo.

3tagemalle03Nach der langen Begrüßung und vielen Streicheleinheiten gehen wir ins Haus und in den dahinter liegenden Innenhof. Alles ist rustikal eingerichtet, gemütlich und mit vielen Pflanzen im Außengelände, der Wohnraum besteht fast völlig aus Betten, Sesseln und Körbchen für die vielen Hunde. Maxi kommt nun auch zur Begrüßung. Ihr Alter merkt man ihr überhaupt nicht an, sie ist topfit und fordert mich zeitweise sogar zum Spielen auf. Lange bleibt sie nie, weil sie kein Leben im Rudel gewohnt ist. Maxi war immer ein Familienhund, der aus Krankheitsgründen abgegeben werden musste. Anfang Februar kann sie endlich in ihre Pflegestelle bei Frankfurt fliegen. Cadeno zeigt sich als großer Schmuser - ein kleiner kompakter Rüde ist mit einer schrecklichen Vergangenheit. Die Narbe von der eingewachsenen Kette rund um seinen Hals sieht man immer noch unter dem Fell. Heidi zeigt uns den Raum von Amanda und ihren Welpen. Amanda sieht so hübsch aus nach ihrem Friseurbesuch und hüpft wie ein kleiner Flummi vor Freude an uns hoch. Die ca. 10 Wochen alten vier Babys sind etwas größer als eine Handfläche und liegen zusammengekuschelt in ihrem Körbchen, aus dem sie uns mit großen Augen ansehen. Kleine wuschelige braune Fellbündel, einfach in der Perrera zusammen mit der Mutter abgegeben, weil sie nicht gewollt waren.

So viele Eindrücke… Und dann sehe ich Finchen. Die kleine Rauhaardackel-Mixhündin stellt sich auf die Hinterbeine und führt einen Freudentanz vor uns auf, wackelt mit ihrem Stummelschwänzchen und möchte auf den Arm genommen werden. Heidi fand Finchen vor wenigen Wochen auf dem Grünstreifen einer befahrenen Hauptstraße und konnte sie retten. Leider wurde Finchen positiv auf Leishmaniose getestet, zeigt jedoch wie alle anderen erkrankten Hunde überhaupt keine Anzeichen, ist topfit und kommt prima mit der Tabletten-Behandlung zurecht. Inca, die minikleine Hündin, ebenfalls leishmaniosepositiv, zeigt uns ihre Zähnchen, als sie vor Freude lacht und wackelt kräftig mit dem kompletten Hinterteil. Ein kleines Temperamentbündel und ich würde sie am liebsten zusammen mit Finchen mit nach Hause nehmen…

3tagemalle04Irgendwann setzen wir uns an den Tisch im gemütlichen Wohnraum, trinken etwas und führen lange Gespräche. Am Abend grillt Thomas für uns und wir schaffen es gar nicht, die riesige Menge aufzuessen, weil wir immer noch so aufgeregt sind. Wir besprechen noch den Ablauf für den nächsten Tag und verabschieden uns gegen 23:30 Uhr von Heidi und Thomas, um den Weg zum Appartement zurückzufahren. Dort angekommen, lassen wir den aufregenden Tag noch einmal Revue passieren und fallen anschließend völlig übermüdet in die Betten.

Am nächsten Morgen wache ich gegen 8 Uhr auf und bleibe noch etwas im Bett liegen. Mein Rücken schmerzt und ich habe Kopfweh, was sich aber schnell nach dem Aufstehen wieder legt. Gabi und Marion sind auch schon wach und wir frühstücken zusammen. Gegen Mittag fahren wir wieder nach Artà, um Heidi abzuholen. Wir sind mit Maria, einer weiteren auf Mallorca lebenden Tierschützerin verabredet und freuen uns schon auf unser Treffen.

3tagemalle05Heidi führt uns über die Haupt- und Nebenstraßen, durch die vielen auf Mallorca befindlichen Verteilerkreise hindurch und erklärt uns dabei die Bedeutung der Aussage "in Flugrichtung geradeaus durch den Kreisel", die uns noch lange amüsiert. Marias Haus liegt einsam und versteckt auf einem Hügel mit einer traumhaften Aussicht. Wir betreten das große Grundstück, das einer Parkanlage ähnelt. Maria kommt uns entgegen und begrüßt uns. Eine sehr sympathische und tolle Frau, der wir gerne bei ihren Erzählungen zuhören. Den vielen Hunden bei Maria geht es prima, sie machen einen glücklichen und ausgeglichenen Eindruck. Maria zeigt uns die Welpenstube und überall wuseln weitere Hunde und Katzen durch die Wohnräume. Zwei riesige Schweine leben hinter ihrem Haus - Dank Maria konnten sie vor dem Schlachter gerettet werden und fühlen sich bei ihr einfach sauwohl. Zufrieden und erfreut, dass wir Marias Bekanntschaft machen durften, verlassen wir gegen 14:30 Uhr ihr Grundstück und machen uns auf den Weg zum nächsten Termin.

Wir fahren wieder durch jede Menge Kreisel auf dem Weg nach Capdepera. Dort treffen wir uns mit dem Tierschutzverein Capdepera: Jutta vom Hövel-Meier, ihrem Mann Rainer und der ersten Vorsitzenden Marlies Beuse. Nach der Begrüßung nehmen wir Platz im Wohnraum der großen Finca. Bei Kaffee und Gebäck führen wir unsere Gespräche über eine mögliche gegenseitige Unterstützung. Der TSV Capdepera leistet als erste Organisation vor Ort wichtige Aufklärungsarbeit und sieht sich als "Anwalt der Tiere". Durch Gespräche und regelmäßige Veröffentlichungen von Zeitungsartikeln zum Thema "Tierhaltung" bemühen sich die Verantwortlichen um Aufklärung und Sensibilisierung der spanischen Bevölkerung für das Thema Tierschutz. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden mit Anzeigen gegen den Tierhalter geahndet. Vorab versuchen die Mitarbeiter, in Gesprächen mit den Eigentümern der Tiere eine Lebensverbesserung zu erreichen, was allerdings in den wenigsten Fällen gelingt, da sie auf völliges Unverständnis stoßen. Manchmal hilft eine Ermahnung durch einen Mitarbeiter der Policia Local (Ortspolizei). Im Winter werden Kastrationsaktionen durchgeführt und natürlich suchen auch hier einige gerettete Hunde und Katzen ein schönes Zuhause.

3tagemalle06Wir lernen die Hündin Diana und ihre drei Welpen kennen sowie Brownie, einen unglaublich lieben Ibizenco-Rüden. Bei der Suche nach einem geeigneten und liebevollen Zuhause helfen wir gerne und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit, einen regen Austausch und ein hoffentlich baldiges Wiedersehen, als wir Abschied nehmen.

So fahren wir am späten Nachmittag wieder zurück nach Artà, wo schon Thomas und die Hunde auf uns warten. Dort angekommen, verbringt Heidi lange Zeit in der Küche und bereitet Platten mit leckeren Schnittchen zu. Dann sitzen wir noch lange mit vielen Hunden an unserer Seite im Wohnraum am Kaminfeuer zusammen und erzählen uns Geschichten, lachen und scherzen, sind glücklich, endlich hier zu sein. In der Nacht treten wir die Rückfahrt zu unserem kalten Appartement an und fallen den zweiten Abend völlig geschafft in die Federn.

3tagemalle07Am Morgen des letzten Tages unserer Reise packen wir unsere Taschen und Koffer. Gabi hat keinen Hunger und verzichtet auf ihr Frühstück. Ich bin mal wieder viel zu langsam und lasse auf mich warten… Für diesen Tag haben wir um 12 Uhr einen Termin bei Heidis Tierarzt Dean P. Lawrence in Cala Ratjada. Vorher wollen wir unbedingt noch als kleine Überraschung nach Manacor in den Lidl-Markt fahren und die dortigen Futtervorräte aufkaufen, um sie zu Heidi und Thomas zu bringen. Irgendwann bin auch ich dann startklar und die Fahrt geht los. Manacor erreichen wir nach einer ca. 30-minütigen Autofahrt. Mit 110 kg Trockenfutter im Gepäck treten wir die Rückfahrt an. Wir müssen durch Artà fahren, um zur Tierarztpraxis in Cala Ratjada zu gelangen. In Artà angekommen, treffen wir auf eine Straßensperre. An diesem Tag wird hier ein großes Fest gefeiert und wir verirren uns in den Seitenstraßen. Völlig verzweifelt quetschen wir uns mit Marion am Steuer durch die engen Gassen, Panik steigt in uns auf und wir rechnen schon nicht mehr damit, jemals wieder aus diesem Irrgarten herauszukommen und pünktlich an der Tierarztpraxis anzukommen. Pünktlich sind wir wirklich nicht, aber plötzlich finden wir uns auf der bekannten Hauptstraße wieder. Wir sind erleichtert und beruhigen uns langsam. Zwischenzeitlich meldet sich Heidi auf meinem Handy und teilt mit, dass sie ebenfalls wegen der Festlichkeiten im Stau in Artà feststeckt und es nicht nach Cala Ratjada schaffen wird.

3tagemalle08Die Praxis finden wir zum Glück ohne Probleme und werden um kurz nach 12 Uhr freundlich von Tierarzt Dean empfangen. Er zeigt uns die Klinik mit Labor, Röntgen-, OP-Raum und anschließend unterhalten wir uns noch im Untersuchungszimmer. Nach der sehr informativen Unterhaltung sind wir alle sicher, dass unsere Schützlinge bei Dean in sehr guten Händen sind. Leider bleibt nicht viel Zeit und wir müssen uns schnell verabschieden, denn es steht noch ein Hausbesuch bei einem Hund an, den er wahrnehmen muss.

Wir fahren zu Heidi und Thomas - mittlerweile gibt es zu unserem Glück keine Straßensperren mehr und wir kommen problemlos durch Artà. Heute hat Thomas Geburtstag und wir begrüßen ihn an der Garage mit einem Ständchen und einem kleinen Fresskörbchen, welches wir zusammengestellt haben. Heidi kommt zu uns und staunt, wie viel Futter wir als weitere Überraschung mitgebracht haben. Die Freude ist groß und wir laden gemeinsam die neuen Vorräte aus.

3tagemalle09 (13K)Dann beginnen wir mit der letzten wichtigen Aufgabe des Tages: Fotografieren und Filmen. Zuerst die Hunde im unteren Teil des Grundstücks. Dort befinden sich Xaver, Teddy, Marc und der arme Cookie. Cookie, ein sehr alter Cocker Spaniel, wurde in der Perrera abgegeben. Er scheint taub zu sein und sein Fell ist komplett verfilzt. Es wird schwer, für ihn ein geeignetes Zuhause zu finden, aber wir geben die Hoffnung nicht auf. Anschließend machen wir Fotos von den Hunden im Rudel, was sich gar nicht so einfach gestaltet. Alles wuselt wild durcheinander, jeder Hund möchte gestreichelt oder bespielt werden und oftmals erwischen wir nur ein Hinterteil oder ein Stück Ohr auf unseren Bildern und müssen viel lachen. Gabi wird bei dem Versuch, sich beim Fotografieren hinzusetzen, direkt von einer ganzen Meute überfallen. Unter großem Gelächter müssen Marion und ich natürlich alles auf Film und Fotos festhalten.

Heidi versorgt inzwischen die Hunde, welche wir als Flugpaten nach Deutschland begleiten werden. Mit uns werden Amanda und ihre Welpen reisen, außerdem Blacky und Ronnie sowie eine Katze für die Tierhilfe "Samtpfötchen Mallorca". Am Vortag durften bereits Trixie, Goldi und Lana ihre Reise nach Deutschland antreten und warten nun in ihren Pflegestellen auf Besuch von lieben Familien.

Der Abschied fällt uns allen schwer, aber auch dieser Zeitpunkt kommt. Wir bedanken uns noch mal bei Thomas für die herzliche Aufnahme. Auch den Hunden streicheln wir noch einmal über die Köpfchen und versprechen, für alle ein schönes Zuhause zu finden. Wir werden sie vermissen…

3tagemalle10Heidi fährt vor auf dem Weg zum Flughafen. In ihrem Auto wird sie von Ronnie und der Katze begleitet. Außerdem ist natürlich wie immer ihr kleiner Pumukl dabei, ohne den sie nie aus dem Haus geht. Wir fahren mit Amanda, ihren Welpen und Blacky im Auto hinterher. Gabi führt uns wie immer sicher über die Straßen und durch die wohlbekannten Kreisel. Am Flughafen gibt es noch ein wenig Verwirrung bei der Suche nach dem Parkhaus und dem Rückweg zum Abfluggebäude. Unser Schalter ist leer und Heidi hilft mir beim einchecken. Nachdem Marion und Gabi wieder zu uns kommen und den Mietwagen abgegeben haben, müssen wir am Sperrgutschalter alle Tiere aus den Boxen holen, damit diese durchleuchtet werden können. Wieder sicher in den Boxen werden die Hunde von dem Flughafenpersonal übernommen. Blacky und die Katze werden uns in der Kabine auf dem Flug begleiten.

Auch der Abschied von Heidi steht nun bevor. Wir umarmen sie fest und danken ihr noch einmal für alles. Heidi und Thomas werden für immer einen Platz in unseren Herzen haben und wir sind froh, diese lieben Menschen nun auch persönlich zu kennen. Heidi blickt uns noch hinterher, bis wir im Abflugbereich verschwinden. Wir suchen noch ganz schnell die Toiletten auf und hören kurz danach den letzten Aufruf für die Passagiere unserer Maschine nach Düsseldorf. Wir nehmen unsere Beine unter die Arme und rennen zu unserem Gate. Als fast letzte Fluggäste nehmen wir unsere Plätze ein und müssen feststellen, dass wir überhaupt keinen Platz haben. Vor allem über Gabi müssen wir lachen, denn ihre Sitzposition lässt durch die Katzenbox unter ihren Füßen noch nicht einmal zu, dass der Tisch an ihrem Vordersitz heruntergeklappt werden könnte. Ihre Knie sind auf gleicher Höhe mit ihrem Kinn und wir können uns vor Lachen kaum halten.

3tagemalle11Ich schaue mich im Flugzeug um und stelle fest, dass sich im hinteren Teil noch jede Menge freie Sitzplätze befinden. Also warte ich auf eine Flugbegleiterin und frage nach, ob wir uns umsetzen und auf zwei Sitzreihen verteilen dürfen. Kein Problem und so können wir zum Glück auch den Rückflug bequem auf unseren Plätzen sitzen.

Nach einer extrem holprigen Landung kommen wir um kurz nach 8 Uhr am Flughafen in Düsseldorf an. Unser Gepäck und die Hunde sind schnell eingesammelt und am Ausgang warten schon viele Menschen auf uns und die Tiere. Anja und Richard, Ingo, Melli und Sabine begrüßen uns und schauen sofort neugierig in die Transportboxen. Wir sind völlig erledigt und geschafft von den anstrengenden, aber wunderschönen Tagen. Nachdem die Fahrgemeinschaften geklärt und die Tiere aufgeteilt sind, verabschieden wir uns. Marion wird von Anja und Richard mitgenommen und Gabi und ich werden von Melli gefahren.

Diese drei Tage bei Heidi und Thomas werden wir lange nicht vergessen. Viele Erinnerungen lassen mich auch jetzt, 4 Tage später, nicht los und bisher kann ich immer noch nicht alle Eindrücke verarbeiten. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Dankeschön an Heidi und Thomas für die herzliche Aufnahme und einfach für Alles. Danke auch für die angenehmen Gespräche und die schönen Treffen mit Maria, dem TSV Capdepera und Dean P. Lawrence. Eins steht fest - wir waren zwar zum ersten Mal, aber mit Sicherheit nicht zum letzten Mal auf Mallorca und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!


Drei Tage bei den Herztieren
von Winnie vom Verein "Herztier"
3tage07 (13K)

Mein Herz klopft aufgeregt und wie jedes Mal vor einem Flug merke ich, wie die nervöse Unruhe in mir aufsteigt. Es ist Donnerstagabend und ich sitze zusammen mit meiner 11-jährigen Tochter Lena und unserer Helferin Gabi, die ebenfalls ihre 5-jährige Tochter Tabea mitnimmt, im Auto auf dem Weg zum Kölner Flughafen. Gabis Bruder hat sich bereit erklärt uns zu fahren.

Dort angekommen wartet schon Helferin Petra auf uns, die unser Gepäck zum Flughafen gebracht hat. Ganz alleine hat sie neun schwere Koffer und Reisetaschen, in denen sich insgesamt 230 kg Hunde- und Katzenfutter befinden, auf die Gepäckwagen verladen. Ein kurzes Gespräch und dann eine herzliche Verabschiedung von Petra. Wir machen uns auf den Weg ins Flughafengebäude.

Wir suchen unseren Schalter für den Check-in und finden ihn nach einem kleinen Irrweg. Natürlich sind wir viel zu früh und müssen warten, bis er besetzt wird. Als es soweit ist, sind wir schnell an der Reihe. Es ist spät, unser Flugzeug startet nach 0 Uhr mitten in der Nacht und landet sicher um 4:15 Uhr morgens in Antalya.

Ich bin froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und wundere mich, wie schwül und heiß die Luft sogar in den frühen Morgenstunden ist. Vor dem Flughafengebäude wartet Marion auf uns. Ich falle ihr in die Arme und bin glücklich, sie nach über vier Monaten endlich wieder zu sehen. Große Begrüßung auch zwischen Marion, Gabi und die Kindern, während Sülley mit dem Bus vorfährt. Und los geht die Fahrt zum Tierheim.

3tage06 (13K)

Wir sind alle sehr müde, aber wollen nicht mehr schlafen. Vor dem Tierheim werden wir von Jessy begrüßt, die hier alles bewacht und nur noch drei Beine hat. Eine freundliche und zufriedene Hündin, die trotz ihrer Behinderung gut zurecht kommt. Neugierig wandern unsere Blicke durch das Haus, die Gehege und das Katzenhaus, welches für die nächsten drei Tage Lenas Hauptaufenthaltsort wird. Endlich sehen wir die Hunde, die wir bisher nur von Fotos kennen - Uschi ist viel kleiner, als wir uns vorgestellt haben. Alle begrüßen uns freundlich mit lautem Gebell und strecken ihre Pfoten an den Zaun. Sie möchten gestreichelt werden und schlecken unsere Hände ab.

Wir sind begeistert, wie schön das Tierheim ist. Den Hunden und Katzen wurde hier ein kleines Paradies geschaffen. In den Freilaufgehegen für die Hunde wachsen Weintrauben und Granatäpfelbäume, ein großer Kaktus spendet Schatten und es gibt sogar mehrere kleine betonierte Schwimmbecken für eine Abkühlung zwischendurch, welche gerne von den Hunden genutzt werden.

Im Haus ist es gemütlich und wohnlich, das Gästezimmer hat hübsche blaue Vorhänge und wurde im Wintergarten eingerichtet. Als ich aus den Fenstern schaue, fällt mein Blick direkt in das Gehege von Anne und ihren sieben Welpen. Sie sind erst vor wenigen Tagen durch einen Hilferuf von Urlaubern ins Tierheim eingezogen.

3tage05 (18K)

Wir trinken einen Kaffee und ruhen uns kurz von der Flugreise aus. Jetzt müssen die Tiere mit Futter versorgt werden und die Gehege gesäubert werden. Gabi kümmert sich um die Katzen, während ich mir von Marion die Arbeiten in den Gehegen der Hunde erklären lasse. Anschließend packen wir die Koffer aus und räumen die mitgebrachten Spenden ein. In der Zwischenzeit ist Türkan eingetroffen, die uns mit einer Umarmung begrüßt und schnell an die Arbeit geht.

Der erste Tag geht so schnell vorbei - fast zu schnell… Die Nacht ist kurz, aber ich schlafe gut und friedlich, in meinem Arm liegt Gulliver, ein goldiger Welpe, der seine Krankheit im Haus auskurieren durfte und schon eine Familie in Deutschland gefunden hat. Wir finden alle genug Schlaf, um am nächsten Morgen einigermaßen ausgeruht in der Küche einzutreffen und zu frühstücken. Lena verbringt heute ihren zweiten Tag im Katzenhaus und findet offensichtlich keine Langeweile beim Streicheln der Babykatzen. Mittlerweile habe auch ich mich etwas besser an die Hitze gewöhnt.

3tage04 (11K)

Heute fotografieren wir die Tiere und geben allen einen Namen, die bisher noch nicht benannt sind. Aber zuerst bekommen alle ihr Futter und es wird wieder sauber gemacht. Gabi holt sich während dem Fotoshooting einen Sonnenbrand auf den Schultern, was am Abend nicht zu übersehen ist. Ein abendlicher Ausflug ans Meer bringt eine wohltuende Abkühlung und die Kinder haben viel Spaß. Auf der Rückfahrt ins Tierheim halten wir bei McDonalds, damit die Kinder auch mal "vernünftig" essen. Abends sitzen wir noch gemütlich in der Küche und der kleine Kater Raki spielt zwischen unseren Füßen.

Am letzten Tag verbringe ich so viel Zeit wie möglich bei den Hunden und denke immer daran, dass wir heute Nacht unsere Heimreise antreten werden. Ich weiß noch nicht, wann ich das nächste Mal fliegen kann und bin ein bisschen traurig. Die Schäferhündin Susann habe ich besonders in mein Herz geschlossen. Sie begleitet mich die ganze Zeit durch das Gehege und legt mir immer wieder ihre Pfoten auf die Schultern, um Schlabberküsschen zu verteilen. Auch Ronnie gefällt mir gut, so ein lieber und unkomplizierter hübscher Kerl, hoffentlich finden wir ein tolles Zuhause für ihn. Im Gehege der kleineren Welpen habe ich mich in Loulou verguckt, die Ähnlichkeit mit Mozart hat, der bis vor kurzem noch bei Gabi zur Pflege wohnte.

3tage03 (16K)

Gabi nimmt an diesem Tag mehrmals Abschied von ihrem Liebling Sunny. Marion scherzt, dass sie ihn auf keinen Fall zu Gabi in Pflege zu schicken kann, weil Sunny dort wahrscheinlich einen Dauerplatz erhalten würde.

Ich mache noch mal einen Rundgang durch das Tierheim, besuche Anne und ihre Welpen, wische noch mal die Box der anderen vier kleinen Babys und amüsiere mich über die Töne, die Tick, Trick, Track und Daisy von sich geben, sobald ich sie auf den Arm nehme. Ein lustiges Glucksen, das ich in Deutschland vermissen werde. Alle Tiere werden mir fehlen und vor allem Marion und Sülley, wie nach jedem Besuch.

Abends holen wir die Hunde Lena und Benny aus dem Gehege und nehmen sie mit ins Haus. Die beiden werden uns nach Deutschland begleiten. Lena unternimmt noch einen Ausflug nach draußen, weil Sülley die Koffer in den Bus bringt und das Tor offen steht. Ein kurzer Schreck, aber Lena lässt sich sofort zurückrufen und kommt wieder ins Haus. Sie bekommen ihre Beruhigungstablette und krabbeln in ihre Transportboxen. Noch ein letzter Blick zu den Tieren, dann fahren wir los in Richtung Flughafen.

3tage02 (11K)

Vor dem Flughafengebäude verabschieden wir uns von Sülley, der weiterfährt und den Bus parkt. Es ist nicht viel los und nach einer kurzen Wartezeit können wir unser Gepäck einchecken. Wir setzen uns mit Marion zu einem Abschiedsgespräch an einen Tisch und reden noch einige Minuten über die vergangenen Tage. Wie immer ist der Abschied traurig und ich möchte noch bleiben. Lena ist müde und möchte wieder zurück zu den Katzen. Wir umarmen Marion, wünschen ihr alles Gute und verabreden uns auf ein nächstes Mal - hoffentlich bald.

Als wir die Rolltreppe hinauf fahren, winkt Marion uns noch hinterher, bis wir uns nicht mehr sehen können. Wir steigen in unser Flugzeug und finden auf unserem Rückflug nur wenig Schlaf. Landung in Köln, hier geht alles sehr schnell und wir müssen auf unser Gepäck nicht lange warten. Benny und Lena sind noch müde und warten in ihren Boxen. Beide fahren mit Gabi nach Hause und Lena wird nach vier Tagen zu ihrem Frauchen gebracht. Benny lebt mittlerweile bei Pflegefrauchen Sandra in Oberhausen und wartet noch auf ein Zuhause.

3tage01 (20K)

Ich warte auf meine nächste Möglichkeit, unser Tierheim zu besuchen. Vielleicht schon im Spätherbst, wenn Zeit und Geld es zulassen, wer weiß… Und allen, die noch nie im Tierheim gewesen sind, kann ich diese Reise nur empfehlen - es lohnt sich und Hilfe wird dort immer benötigt.

Winnie



Happy End für Alba
von Brigitte Urbasik von www.suche-herrchen.de
Dies ist die Geschichte von ALBA, die mit Hilfe von Frau Urbasik von www.suche-herrchen.de
Notruf, Juni 04

Alba Es erreichte uns ein Brief einer jungen, verzweifelten Frau die in Kyparissia / Westpeloponnes (150km südlich von Patras) in Griechenland lebt und sich mühevoll "über Wasser hält". Sie selbst ist Schweizerin und beherbergt momentan kleine Kätzchen und füttert einen Hund auf einem nahegelegenen Grundstück. Die Besitzer des Grundstücks werden bald kommen - die Tiere müssen schnellstmöglich weg oder sie werden nicht überleben. Die junge Frau ist völlig verzweifelt und überfordert.

Wir haben bereits Pflegestellen in Deutschland für die Kätzchen, die Hündin (kleines Dobermann-Mädchen, sehr zutraulich und lieb, wurde bereits einmal von Tierquälern angezündet), nur keinerlei Kontakt nach Griechenland. Gibt es in der Nähe der jungen Frau eine Tierschutzorganisation die uns bei den Vorarbeiten behilflich sein kann oder die Tiere übergansweise bei sich aufnehmen kann?

Wir brauchen dringend Flugpaten und werden die anfallenden Kosten übernehmen um diese Tiere zu retten. Wir sind für jede Information dankbar, natürlich auch für Flugpatenangebote! Die Zeit ist knapp. Bitte helfen Sie uns!

Mit herzlichen Grüßen

Brigitte Urbasik


Nachtrag zu Notruf Juni ´04

Nichts ist unmöglich...

...dies hat sich inzwischen wieder einmal bestätigt. Sie erinnern sich sicher an den Notruf, den ich am 15.06.2004 an Sie gerichtet habe. Es ging um eine Dobermann-Hündin und einige Kätzchen, die notdürftig in Griechenland von einer jungen Frau betreut wurden. Aus Angst um ihr Leben sollten sie das Gelände schnellstmöglich verlassen.

Ich kann gar nicht sagen wie tief beeindruckt ich über die vielen Beiträge von Ihrer Seite war, über Adressen von Organisationen, Mithilfe bei der Flugpatensuche, Tips und Hilfestellung bei der Planung einer Überführung der Tiere zu uns, dem Angebot die Dobi-Hündin aufzunehmen (Dobermann-Nothilfe) oder auch der Nachricht, dass vielerorts für diese Tiere die Daumen gedrückt wurden...

Im Ernst kann ich es heute noch nicht richtig fassen, aber sie ist hier in Deutschland. Alba, das junge Dobi-Fräulein, das man in Griechenland angezündet hatte, das mir die junge Frau als zutrauliches und liebes Tierchen beschrieben hat,trotz aller schlimmen Erfahrungen mit Menschen. Per e-mail konnte ich Kontakte knüpfen, Gleichgesinnte halfen mit und so kam die Verbindung zu einer Mitfahrgelegenheit zustande.

Die Kätzchen sind für den Moment in Sicherheit. Wir werden versuchen einen Weg zu finden für ihre Versorgung aufzukommen und sie ebenfalls zur Vermittlung aufzunehmen.

Die Beschreibung von Alba wurde mir inzwischen auch von der derzeitigen Pflegestelle, Mitglied der Dobermann-Nothilfe bestätigt. Alba ist eine absolut soziale und liebe Hündin, die sich dem Menschen noch immer voller Vertrauen zuwendet.

Ich sage an dieser Stelle an alle Herzlichen Dank!

Brigitte Urbasik


Mein 1. Besuch in Berga
Melina Sobotta für Tierhilfe Spanien e.V.
Nachdem ich inzwischen zweimal das Tierheim Odena besucht hatte und dieses Projekt mittlerweile auch abgeschlossen war, zog es mich jetzt, im Mai 2004, in „unser“ zweites Tierheim in Berga. Die sprichwörtliche Gastfreundschaft der Spanier wurde mir prompt wieder einmal bewiesen, als mir Carme bei unserem ersten Telefongespräch gleich anbot, bei Eva, einer Tierheimmitarbeiterin, zu wohnen. Ein paar Tage später saß ich im Flugzeug und als ich am Flughafen ankam, warteten Carme, Joan und Eva schon auf mich, um mich ins ca. 120 km entfernte Berga mitzunehmen. Wie auch bei meinem 1. Besuch in Odena wusste ich nicht wirklich was da auf mich zukam. Die Autofahrt wurde dazu genutzt, sich näher kennenzulernen und ich verstand mich auf Anhieb sehr gut mit den dreien.

 Ich bezog mein Zimmer bei Eva und danach fuhren wir ins Tierheim, wo ich schwanzwedelnd und bellend von Niça und Gipsy, den beiden Hofhunden, begrüßt wurde. Bei meinem Rundgang durch die Zwinger fiel mir als erstes auf, wie sauber und aufgeräumt alles war. Auch das Katzenzimmer war sehr sauber und die Samtpfoten schienen sich richtig wohl zu fühlen.

Die Arbeitsabläufe gingen mir, wie auch schon in Odena, schnell in Fleisch und Blut über und wir arbeiteten sehr gut im Team. Morgens wurden die Hunde in Gruppen auf die riesige Freilaufanlage gelassen, und während sie sich dort austobten und ihr Geschäft verrichteten, säuberte einer die Zwinger, legte sie mit frischem Stroh aus und ordnete die Decken, und der andere schrubbte die Wassertränken und stellte das Futter zurecht. Dann kamen die Hunde wieder rein und die nächste Gruppe war an der Reihe. Und damit die Hunde nicht gezwungen waren, in ihre Zwinger zu machen, wurden sie nachmittags noch einmal auf die Freilaufwiese gelassen, so dass sie alle ihre Geschäft draußen verrichten konnten. Und erstaunlicherweise machen die meisten Berga-Hunde auch wirklich nicht in ihren Zwinger.

Dann gingen wir hoch ins Katzenzimmer, wo täglich frisches Futter bereitgestellt und gekehrt wurde. Ich verbrachte jeden Tag noch etwas länger dort, um ausgiebig mit den Katzen zu kuscheln, und nach einigen Tagen wurden sogar die ganz scheuen etwas neugieriger. :-) Es war mal wieder absolut umwerfend, die ganzen Tiere, die man bisher nur im Internet gesehen hatte, jetzt in natura vor sich zu haben. Einige sahen ganz anders aus, z.B. der kleine Marroc. Auf dem Foto kam er mir vor als wäre er so groß wie ein Schäferhund – in Wirklichkeit geht er mir nicht einmal bis zum Knie… Auch der kleine freche Beep war nicht wiederzuerkennen: Er sah aus wie ein einziges kleines laufendes Wollknäuel, im Gegensatz dazu war er auf dem Foto frisch geschoren.

In der Mittagspause wurden ein Supermarkt und eine Bäckerei angefahren, um Fleischreiabfälle (Knochen und Organe) und altes Brot und Gebäck abzuholen, die freundlicherweise von den Geschäften gespendet werden. Diese wurden dann zusammen mit anderen Zutaten zu einem Brei verarbeitet und einen Tag lang gekocht. Damit werden die Hunde dort gefüttert und sie vertragen es hervorragend. Wenn es zwischendurch mal einen Tag Trockenfutter gibt, verweigert die Hälfte der Meute prompt das Futter… :-)

 Ich nutzte die Zeit dort auch, um mir ein genaueres Bild von den Tieren dort zu verschaffen und besserte einige Internet-Beschreibungen aus, so dass sie nun auf dem aktuellsten Stand sind. Was mir auch ganz besonders gut gefiel, war dass nach der ganzen getanen Arbeit noch mit den ängstlichen und problematischen Hunden gearbeitet wurde. Die „4 von der Tankstelle“, wie ich sie immer gerne nenne, Salvi, Menta, Pluti und Plato, die anfangs eine totale Panik von allen Menschen hatten, kamen so langsam aus sich heraus, wir übten täglich mit ihnen an der Leine zu laufen und schmusten viel mit ihnen, und nach ein paar Tagen kamen zumindest Pluti und Salvi schon freudig und freiwillig mit, wenn auch noch etwas unsicher. Ich muss wirklich ein ganz großes Lob an Carme und die anderen aussprechen, dass sie, auch in schwierigen Zeiten, eine fantastische Arbeit leisten. Carme ist einer der diszipliniertesten und ordentlichsten Menschen, die ich kenne. In der ganzen Hektik und dem ganzen Schmutz, den so viele Tiere nun einmal machen, schafft sie es, alles aufgeräumt und hygienisch sauber zu halten, im Büro und der kleinen Tierarztpraxis kann man vom Boden essen und die Tiere sind bestens versorgt – physisch wie auch psychisch.

Natürlich waren wir nicht nur im Tierheim. Zwischendurch unternahmen wir viel miteinander, aßen und musizierten sogar zusammen und Eva und ich bemerkten, dass wir uns in vielem sehr sehr ähnlich sind.

 Am Abend vor meiner Abreise lud ich alle noch auf eine Pizza ein und wir waren alle ein bisschen traurig, dass ich schon wieder weg musste. Am nächsten Morgen verabschiedete ich mich von allen Tieren (einige wachsen einem ja ganz besonders ans Herz) und trat mit vielen neuen Erfahrungen und vielen neuen spanischen Vokabeln im Kopf meine Heimreise an. Für mich stand fest: Ich würde wiederkommen. Und ich werde am 8.9. wieder nach Berga reisen und danach auch noch die Arca besuchen – dann kommt der nächste Bericht!

Melina Sobotta
www.tierheim-spanien.de


Dies ist ein Text von Shiva...
von Tierschutzverein Asociacion Protectora de Animales S.O.S. Bilbao
..., die in der Tötung von Bilbao versucht, die Hunde zu betreuen und ihr Leben zu retten:

Ein Tag wie jeder andere, 7:30. Der Wecker klingelt, und ich denke dass ich nie schlafen gegangen bin, ich bin immernoch in den Zwingern oder vielleicht weinend beim Tierarzt, aber nein, mir wird bewusst, dass dies schon war, auch wenn ich nicht weiss, ob es heute nicht wieder sein wird.

Ich schalte das Telefon ein, und die Nachrichten kommen, von Leuten die nie schlafen und ich wundere mich, ob einer dieser Anrufe vielleicht der perfekte Adoptant war und ob er wieder anrufen wird.

Fruehstuecken mit dem Kopf voller Gedanken, steige in's Auto und fahre die 20 km von der fiktiven Welt, komme zurueck in die reale Welt als meine Kinder zu Bellen anfangen als sie das Auto hoeren, die Katze kommt um ihren Anteil an Essen und Streicheleinheiten zu bekommen.

Ich zieh mich schnell um, sie warten, sind froehlich, die Gluecklichsten wissen, dass sie heute mit spazierengehen dran sind, schmusen und vielleicht einer Leckerei. Die Bevorzugten und Privilegiertesten sind immer die, die es am Schlechtesten hatten, die Kranken, zu Jungen oder zu Alten, sie sind die Ersten.

Oeffne den Zwinger von SIKA mit ihren frisch gezogenen Faeden, sie kommt und begruesst mich, und streckt ihre von der Kaelte der Nacht steifen Pfoten. PUKI, der kleine Puki moechte nicht rauskomme, ich muss reingehen ihn holen, denn er muss Freundschaften schliessen und seine Angst verlieren, nur 5 Monate alt und voll von Schmerz.

Der Opa ILE ist dran, 13 Jahre in einem Zuhause und jetzt haben sie beschlossen, dass es keine Zeit mehr fuer ihn gibt, mach dir keine Sorgen ILE, die Menschen bekommen was sie verdienen, aber du wirst hier herauskommen, auch wenn sie fuer deinen Tod bezahlt haben, du wirst rauskommen und nicht dein Alter noch deine Blindheit werden dich davon abhalten.

Hallo, mein alter Bretone, wie geht es dir heute? Bist du froehlicher? Wir werden ein bisschen spielen, dann wirst du essen, ganz ruhig, erfreu dich des Spaziergangs.

Luna die Verrueckte, Luna, weit fort von wo sie ist, oder vielleicht tut sie nur so, erstickt ihre Trauer in einem Teller Essen, der Spaziergang troestet sie nicht, nur das Essen troestet. Und der letzte Zwinger noch leer, fuer den naechsten reserviert.

Ihre Zwinger sind sauber und ihre Teller voll, und sie muessen zurueck in's Gefaengnis. Es gibt noch viel zu tun.

Lagun geht immer mit all den Huendinnen spazieren, er liebt es, so seer, dass er hinterher sogar freiwillig wieder in seinen Zwinger zurueckgeht.

Delta in ihrem Mini-zwinger, reseviert fuer die die nur einen Tag da sind, den ihres Todes, geht spazieren ohne sich bewusst zu werden, welches ihr letzter Spaziergang sein wird.

Montse ist wieder entlaufen und ist wieder hier bei uns, sie macht ihr Geschaeft und versteckt sich dann im Buero um nicht erwischt zu werden wie sie ihre Rueckkehr in den Zwinger rauszoegert.

Es sind so viele, dass ich immer einen vergesse.

In letzter Zeit sind die Anrufe mehr Notfaelle als Hilfe, ich ertrage es nicht mehr. Werfe einen Blick in das rote Zimmer, dort wo die Kuehltruhe fuer die toten Koerper ist, und sehe, dass sie sie noch nicht geleert haben, ich sollte mich freuen, aber ich denke, es ist ein Spiel mit meiner Psyche das irgendwann mein Ende sein wird. Da drinnen sind Freunde von mir, Freunde die ich verabschiedet habe, die bisher noch nicht die Chance hatten zu ruhen.

Ich moechte wieder gehen und in die Welt der Fiktion zurueckkehren....aber es ist Zeit die andere Perrera zu besuchen und Daten der Neuankoemmlinge aufzunehmen, die die ich sehe, und derer die noch nicht einmal eine Chance haben werden, wenn ich nicht rechtzeitig komme. Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Einer der angefahren wurde, ein Verhungerter, ein Anderer der ueber war...dies hat nie ein Ende. Ich gehe zum Tierarzt, dort fuehl ich mich wohl, auch wenn ich nur Zurechtweisungen hoere, wie schwer ist es alles richtig zu machen und vielleicht mache ich es nicht richtig.

Dinge wie "Du haettest ihn frueher bringen sollen" oder "So viele Dinge lassen sich nicht auf einmal machen" . Was mehr will ich als schlafen und nicht mehr aufwachen, manchmal denke ich, das dies alles nur ein Traum ist, das ist nicht real....ich weiss nicht was passieren soll .... ich weiss nur, dass ich nicht mehr kann. Mein Herz besteht nur noch aus kleinsten Teilchen mit ihren jeweiligen Namen (Sodupe, Xuxo, Xaide, Bebes, Nerea, Farla, Izu...) und so vielen anderen.....so vielen mehr.

"Ich kann einfach nicht mehr"

"Ich werde immer fuer Dich da sein"

Shiva
www.apasosbilbao.org


Ein Tag auf der Tieraufnahmestation...
von Irene Schellenbeck für Tierschutzverein P.R.O.A.
Immer wieder erhalte ich Anrufe von Mitgliedern und Freunden des Tierschutzvereins, die mich fragen, was es denn Neues auf der Tieraufnahmestation gibt. Daher werde ich hier mal ein paar Stunden aus dem Leben der Uta Schokolinski wiedergeben:

Seit 5 Minuten stehe ich vor der Tür der Tieraufnahmestation und warte auf Frau Schokolinski. Über Handy erfuhr ich, dass sie gerade auf dem Rückweg sei und Papageienfutter gekauft habe. Als ich einen kleinen Strohballen auslade und mit meinem Dauerpflegehund Richtung Tür gehe, spricht mich eine Dame auf der Straße an und fragt, ob ich Frau Schokolinski sei. Sie wolle eine Katze bei sich aufnehmen und dächte an ein Tier aus dem Tierschutzverein.

Frau Schokolinski fährt mit "bellendem" Auto vor, ihr Windhund purzelt aus der geöffneten Tür und begrüßt uns. Der Kombi ist schwer beladen mit großen Säcken Vogelfutter. Frau Schokolinski - gerade ausgestiegen - kümmert sich sofort um die wartende Dame, verweist an die Katzenpflegestelle des Tierschutzvereins, diktiert die Telefonnummer zur Speicherung im Handy und berät über Katzenhaltung bei Berufstätigen, während sie den Briefkasten leert. Nachdem die Dame alle Auskünfte erhalten hat, schleppen wir einen Teil der Einkäufe und meine Mitbringsel nach oben. Ein große Doggenstatue auf dem Treppenabsatz, ein Kindertreppengitter gegen ausbrechende Hunde und Säcke mit Katzenstreu auf der Treppe zeugen im Treppenhaus davon, dass wir ganz in der Nähe der Tieraufnahmestation sind. Frau Schokolinski öffnet die Tür und heraus quillt ein einziges Gewusel an kleinen Hunden und ergießt sich über den mitgebrachten Paketen. Jeder möchte zuerst gekrault werden und die Taschen untersuchen.

Mitten in dem Gewusel, der sich begrüßenden Hunde tauschen wir den üblichen Bürokram der aktiven Mitarbeiter aus. Der Herr des Hauses erscheint, fragt, ob eigentlich kein kaltes Getränk vorrätig sei. Ich erhalte eine neue Bleiplombe für eine Sammeldose von Tiere in Not, der Herr des Hauses eine Dose Cola. Dazwischen wird besprochen, was an eiligen Erledigungen ansteht, der Herr des Hauses liest die Post und ist entsetzt als er auf den Tickets seiner Frau (für einen Flug zum Tierschutz Mallorca) die Flugzeiten liest. Frau Schokolinski fliegt nach Mallorca um zu sehen, wo unser Verein dem Tierschutz in Spanien unter die Arme greifen kann um das dortige Tierelend zu verringern.

Während Frau Schokolinski ihren Sohn beauftragt das Papageienfutter aus dem Auto hochzuholen, wuchtet sie eine große Blechtonne für das Futter aus dem Papageienzimmer. Wo andere Leute nämlich ein Zimmer haben wohnen bei Schokolinskis die Papageien. Gleichzeitig beschwichtigt sie ihren Mann, dass es doch humaner sei EINMAL um 4.00 Uhr zum Flughafen zu fahren als jede Nacht um 3.00 Uhr ein Eichhörnchenbaby mit der Flasche zu füttern, weil es laut Tierarzt Untergewicht habe. " Dann werde ich mir wohl für den Tag frei nehmen müssen um Dich zu fahren ", sagt der gequälte Ehemann und verlässt die Szene. Mir bleibt nur mal wieder übrig Frau Schokolinski für ihre Ruhe und ihre Familie für die brave Mitarbeit im Tierschutz zu bewundern.

Inzwischen haben zwei der anwesenden Urlaubshunde blitzschnell an meinen abgestellten, verpackten Strohballen gepinkelt. Routinemäßig greife ich zu den bereitliegenden Papiertüchern, während Frau Schokolinski schimpfend die Rüden in den Garten treibt und nach dem - immer bereitstehenden - Putzeimer und Lappen greift. Gleichzeitig drückt sie die Tür auf, denn eine Mitarbeiterin des Tierheims Velbert bringt eine völlig erledigte Taube zur Pflege. Den Putzeimer wieder in die Ecke verbannend, nimmt Frau Schokolinski die Taube in die Hand, verabschiedet die Botin und flöst der erschöpften Taube Wasser ein. Dabei erklärt sie mir gleich die Erstversorgung von Tauben und erzählt, dass sie bereits - alleine heute - vier Tauben erhalten habe, die alle in solch desolatem Zustand gekommen seien. Das Unwetter der letzten Nacht und des Morgens habe die Brieftauben auf ihren Flügen erwischt und schwer geschädigt. Routiniert kontrolliert Frau Schokolinski die Fußberingung der Taube und knibbelt einen Kunststoffaufkleber mit Telefonnummer davon ab. Den drückt sie mir in die Hand um zunächst die Taube weiter zu versorgen und in einen bereitsstehenden Käfig zu setzen. Anschließend telefoniert sie mit der angegebenen Nummer und teilt dem Brieftaubenbesitzer mit, dass seine Taube bei ihr sei und aufgepäppelt werden müsste, bevor sie nach Hause entlassen werden könne. 30 Tauben !!! hat der Besitzer durch das Unwetter verloren, erzählt er, und freut sich, dass wenigstens von dieser ein Lebenszeichen kommt.

Wir gehen zu den Außenvolièren, vorbei an den Papageien und Exoten und gelangen an eine kleine Volière, wo die drei anderen Tauben sich inzwischen halbwegs erholt haben und selbstständig fressen und trinken können. Die Gesellschaft von Artgenossen soll die ausgepumpte Taube animieren, sich nun auch selbst aus Futter- und Wassernapf zu bedienen. Dazu ist die arme, hübsche, rehbraun befiederte Taube jedoch noch nicht in der Lage, weshalb Frau Schokolinski rasch ein Vitamin- und Elektrolytengemisch in einer Aufziehspritze für die Arme holt. Danach darf die Taube sich - in ein Tuch gehüllt - erholen.

Inzwischen hat der Sohn drei schwere Säcke Papageienfutter aus dem Auto hochgeholt und wir mixen eine Futtermischung in der großen Blechtonne. Während die Papageien im Exotenzimmer gefüttert werden und frisches Wasser erhalten, schmust Frau Schokolinski mit fast jedem der Vögel und hat für jeden ein persönliches Wort. Zutraulich sitzen die Vögel auf ihrer Schulter. Dabei erklärt sie mir, warum der eine oder andere Vogel vor Kummer seine Federn gerupft hat und wer von ihnen seinen Partner durch Tod verloren hat. Es ist mir schleierhaft, wie sie bei der Menge an Vögeln den Überblick behält und jeden Vogel mit Namen ansprechen kann. Ein anderer Sohn von Frau Schokolinski vertröstet gerade einen Anrufer am Telefon und bittet ihn später noch einmal anzurufen.

Kaum fertig mit der Versorgung der ersten Vögel, klingelt mal wieder das Telefon. Der Anrufer erhält eine kurze Beratung zur Hundeerziehung und weiter geht´s. Gerade wollten wir Papageienfutter in kleinere, leichter tragbare Futtereimer umfüllen, da klingelt das Telefon erneut. Diesmal ist es eine längere Beratung in Sachen "Papageienhaltung", dem Lieblingsthema von Frau Schokolinski. Nach einer Weile werden Telefonnummern ausgetauscht, man verabredet sich zum Besuch und Frau Schokolinski macht Notizen auf einem großen Stapel Papier, der hier immer am Telefon liegt. Dabei fällt ihr Blick auf einen Ordner, der gleich am Telefon steht und sie holt ihn und erklärt mir gleich, wie in diesem Ordner die Fundtiere verzeichnet werden müssen. Sie tut dies am Beispiel der Fundtaube, damit ich es gleich einmal in der Praxis sehe. Ich schaue kurz auf die Telefonnotizen und frage mich, wie Frau Schokolinski da noch durchblicken kann. Das Blatt ist bereits knallvoll mit Notizen. Aber sie tut es ! Wenn schon Napoleon berühmt dafür war, dass er zwei Geschäftsbriefe gleichzeitig diktieren konnte - ohne den Faden zu verlieren - dann müsste Frau Schokolinski sicherlich ein Denkmal bekommen ! Sie macht stets 4 - 5 Dinge gleichzeitig und blickt noch durch.

Jetzt erklärt sie mir im Garten an den Volièren, wo welches Futter steht, was welche Vögel fressen, dass der Lori Babybrei und die Aras Pellets bekommen, wo die Gießkannen für Wasser stehen, wo der Chinchillabadesand und das Chinchillafutter stehen, denn auch diese Tiere soll ich in ihrer Abwesenheit versorgen. Die Tiere verbringen hier ihren Lebensabend. Für die Vermittlung sind sie inzwischen zu alt. Sie erklärt mir die verschiedenen Arten der Vögel und spricht über ihre Herkunftsländer. Dabei zeigt sie mir, wie ich die Volièren nach Betreten gegen Ausbruchsversuche der geschickten Papageienschnäbel sichern muss. Nebenher schmust sie auch hier wieder mit dem einen oder anderen Vogel, spricht jeden mit Namen an, füllt Trinknäpfe und Badeschalen und erneuert Körnerfutter. Wenn man routiniert sei, dann brauche man für die vielen, vielen Volièren nur 10 Minuten, sagt sie. In dieser Zeit würde ich es nicht mal schaffen, die ganzen Türen zu öffnen und zu schließen !!! Ich beschließe in Gedanken meine Tochter zur Versorgung der Tiere mitzunehmen, sonst dürfte ich vermutlich hier übernachten müssen. 10 Minuten ?!?!?! DAS schafft nur eine Uta Schokolinski, die vermutlich jede Volière im Schlaf betreten könnte und trotzdem wüsste, wo die Näpfe stehen und hängen. Inzwischen sind die zahlreichen Graupapageien, die Sittiche, die Beos, die Amazonen, die Mohrenköpfe und einige kleinere Vögel versorgt und wir kommen zur Volière der Kakadus. Meine Pflegehündin, die diese Tiere liebt, steht bereits am Gitter und "unterhält" sich mit einem der edlen Tiere. Beide halten das Köpfchen schief und sind in eifrige Kommunikation vertieft. Frau Schokolinski stört die Idylle und betritt die Volière. Sie hängt ein neues Spielzeug aus Stricken und Holzstücken an die Decke und erklärt den verblüfften Kakadus, dass sie erwartet, dass dieses teure Spielzeug länger am Leben bleibt als das Letzte. Der schelmische Blick des Kakadus, der auf ihrer Schulter sitzt, lässt keine Hoffnung zu. Frau Schokolinski hält den Vögeln einen erzieherischen Vort rag und zwei der Tiere antworten glucksend. Wo habe ich diesen Ton nur schon einmal gehört ? Jetzt weiß ich es: Die Ausreden meiner Teenager-Tochter klingen genauso ! Da ist kein großer Unterschied. Ich beginne zu begreifen, was Frau Schokolinski an diesen intelligenten Vögeln so fasziniert.

Als nächstes wird ein Vogel in einer kleineren Volière versorgt. Die großen, wunderschönen Aras in der Nebenvolière rufen bereits nach Frau Schokolinski. Sie erklärt mir, dass diese "Schreihälse" nur zu bestimmten Zeiten ins Außengehege dürfen, da sie sonst die Nachbarn schon Frühmorgens mit ihrem Geschrei belästigen würden. Zur Begrüßung der nun eintreffenden "Vogelmutter Schokolinski" hangelt sich ein Ara auf ein zerfleddertes Handtuch, dass als Schaukel unter der Decke hängt. Frau Schokolinski versteht die Aufforderung und schaukelt liebevoll den großen Vogel mit dem Handtuch hin und her. Zum Dank kneift das riesige Tier Frau Schokolinski "zärtlich" in den Arm - eine rote Kneifstelle bleibt zurück. Man sollte die Schnäbel dieser Tiere nicht unterschätzen, vermerke ich in meinem Gehirn für die Pflegevertretungszeit.

Die nächste Volière beherbergt die geborgenen Tauben. Der Neuzugang ist inzwischen verstorben. Ich frage mich, ob es wirklich sein muss an Flugwettkämpfen teilzunehmen, wenn doch seit Tagen heftige Gewitter angekündigt waren. Arme, hübsche Taube ! Sie hat es nicht geschafft. Frau Schokolinski erklärt, dass nun der Besitzer noch einmal angerufen wird und die traurige Nachricht über den Tod des Tieres erhält. Traurig wedele ich die Fliegen von der Taube, die eher als wir den Tod des Tieres bemerkt haben und sich auf dem Tier niederlassen.

Nun versorge ich die mongolischen Wüstenrennmäuse, die vor einigen Tagen eingefangen wurden. Sie waren - wohl wegen der Urlaubszeit - einfach auf dem Parkplatz des Klinikums Niederberg ausgesetzt worden und von aufmerksamen Krankenschwestern eingefangen worden. Ich packe meine Mitbringsel ( Stroh und gelochte Äste ) in den Nagerkäfig und füttere die süßen Jungtiere mit Eiweißfutter, dass sie für ihre Entwicklung dringend benötigen. Auch in diesem Schuppen befinden sich noch kleine Vögel in einer Volière, die versorgt werden wollen. Dann wird noch der Badesand der Wüstenrennmäuschen aufgefüllt und anschließend die Gießkannen für Trinkwasser. Frau Schokolinski telefoniert inzwischen mal wieder in Sachen Tierschutz. Ich trage einen ängstlichen Hund auf die Hundeauslaufwiese und kehre zu den Wüstenrennern zurück. Im Käfig darüber liegt eine kranke Farbmaus, die inzwischen das zeitliche gesegnet hat. Tierschutzarbeit ist halt nicht immer schön !

Anschließend sind noch die Ringeltauben in einer weiteren Volière zu versorgen. Hier und da sammele ich ein Hundehäufchen in den bereitstehenden Eimern auf und kraule einen Hund, der um meine Beine streicht. Ein Urlaubshund erklimmt gerade einen großen Blumentopf um die darin sitzende Schnecke zu verspeisen. Dann entsorge ich geschimmeltes Vogelfutter. Frau Schokolinski telefoniert mal wieder. Vorm Telefon stapeln sich Haufen von Zetteln mit Notizen. Die Frau muss schon heiße Ohren haben, aber sie ist immer noch geduldig und freundlich am Telefon.

Gleich nach dem letzten Telefonklingeln wirft sie einen Blick auf den Eichhörnchenkäfig. Das Eichhornbaby ist aufgewacht und knöttert nach seiner Flasche. Ich vertröste Leute am Telefon, während Frau Schokolinski das vollgepinkelte Eichhörnchen füttert, massiert, badet, eincremt und in frische Lappen hüllt. Natürlich bekommt auch dieses Tierchen seine Streicheleinheiten. Im Vorbeigehen bekommt Frau Schokolinskis Sohn Anweisungen, wie man ein Zimmer reinigt, ohne dabei den Flur zu beschmutzen und ein Urlaubshund wird vom Bürostuhl geschubst. Ich hindere derweil einen anderen Urlaubshund, sich genüsslich in der sauberen Bügelwäsche niederzulassen.

Dann bekomme ich noch Anweisungen, welche Tiere auf unsere Homepage als Neuzugänge kommen und welche inzwischen vermittelt sind und rausgenommen werden können. Eichhörnchen wird derweil durch die Gegend getragen und beschmust. Ich erhalte einen kurzen Bericht, wie es unserem - frisch vermittelten - Notfallhund Beli geht, während Frau Schokolinski gleichzeitig einem Urlaubshund, der andere Hunde belästigt, eine Standpuke hält. Auf dem Herd sehe ich vorbereitetes Essen stehen und erinnere mich an mein halbverhungertes Kind zu Hause. Ich frage mich, wie die Frau das schafft bei diesem Tierchaos auch noch regelmäßig zu kochen. Ich werde wohl - nach einem Blick auf die Uhr - auf dem Rückweg an der Pommesbude halten müssen. Freundlich nimmt Frau Schokolinski gerade am Telefon eine Einladung an, von ihr vermittelte Papageien in ihrem neuen Zuhause zu besuchen.

GESCHAFFT !

Während Frau Schokolinski ihren grippigen Kopf mit Aspirin und Tempotüchern bekämpft (hoffentlich wird die Frau nie ernsthaft länger krank, denke ich), packe ich meine Sachen und meinen, EINEN Dauerpflegehund und kehre begeistert - nach 3 Stunden Arbeit im Chaos - zu meinen wenigen Wüstenrennmäusen und Zwerghamstern nach Hause zurück. Dort angekommen bedanke ich mich bei meinen Pflegehamstern, dass sie doch so leicht, unkompliziert und schnell zu versorgen sind ! Ich lasse das Telefon klingeln (davon hatte ich heute genug !) und stürze mich mit Tochter und Pflegehund auf die mitgebrachten Pommes.

Irene Schellenbeck
www.proamadrid.de


3 Wochen in Berga
Melina Sobotta für Tierhilfe Spanien e.V.
Letzten Herbst war ich nun zum 4. Mal in unseren spanischen Tierheimen zu Besuch – diesmal einen ganzen Monat, vom 8.9. bis zum 8.10. durfte ich wieder am Tierheimalltag teilnehmen und hautnah mit unseren Schützlingen arbeiten.


Gleich am nächsten Tag war Action angesagt: Carme bekam 2 Anrufe wegen Hunden, die eingefangen werden mussten. Eva hatte noch Urlaub, so machten wir uns zu zweit auf den Weg. Zuerst fuhren wir in einen kleinen Vorort von Berga, dort war ein Gos d’Atura gefunden worden, der offensichtlich keinem gehörte. Der kleine Kerl war zwar freudig und lief auch nicht weg, wich aber geschickt allen unseren Versuchen, ihn anzufassen, aus. Schließlich griff der Mann, der ihn gefunden hatte, beherzt in sein Fell und beförderte ihn recht grob ins Tierheimauto und in die Transportbox. Das Resultat war ein zwar eingefangener, aber nun ziemlich gestresster Hund, und eine hübsche geschwollene Hand des Einfängers, denn vor Schreck hatte der Hund kurz um sich geschnappt und dabei halt die Hand erwischt.

Das sollte nicht mehr unser Problem sein, und wir machten uns auf den Weg nach Vilada, ein weiteres Dorf in der Nähe von Berga. Vilada hat eine ganz spezielle Bedeutung für das Tierheim Berga. Denn von dort kommt das große wilde Hunderudel, das im Frühjahr eingefangen worden war. 11 Hunde wurden bisher gefangen, und heute sollte der 12. dazukommen, eine Hündin. Ein Bauer hatte sie immer näher ans Grundstück locken können und schließlich eingefangen. Die ganze Autofahrt, die übrigens entlang einem großen Stausee in einer wundervollen Landschaft führt, haben wir spekuliert, wie sie wohl aussehen würde. Typ Pluti/Tila, oder eher so wie Plato/Menta? Wir waren gespannt. Als wir ankamen, wussten wir es sofort: Das musste die Schwester von Plato sein! Sie war etwas heller, doch ansonsten sein Ebenbild. Mit angstgeweiteten Augen saß sie unter einer Treppe, festgebunden an einem kurzen Strick, ein verängstigtes Häufchen Elend. Ohne sich zu wehren, ließ sie alles über sich ergehen und wir hoben sie vorsichtig in das Tierheimauto, bedankten uns bei dem Bauer und machten uns auf den Weg zurück. Nachdem die beiden Findelkinder untergebracht und mit Futter versorgt waren, gaben wir dem Rüden den Namen Bino, und die Hündin nannten wir Heura, das bedeutet Efeu. Alle Hündinnen aus dem Rudel haben die Namen von Pflanzen und die Rüden wurden nach Philosophen benannt.

Der Tierheimalltag ging weiter, ich freundete mich mit allen Tieren an (bloß Menta kann mich immer noch nicht leiden, allerdings sieht sie inzwischen davon ab, mir in die Waden zu kneifen) und genoss es, so viel Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen. Am 8. Tag endlich sah ich auch Eva wieder, die aus ihrem Urlaub zurückgekommen war. Die Wiedersehensfreude war sehr groß und wir machten schon Pläne, was wir noch alles zusammen unternehmen wollten.

 Ja, dieses Mal hatten wir wirklich Zeit, auch außerhalb des Tierheims allerhand Sachen zu unternehmen. Ich machte mit Carme einige sehr schöne Ausflüge, zum Beispiel haben wir das Minenmuseum in Cercs besichtigt. Bis ins letzte Jahrhundert hinein verdiente hier ein Großteil der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt mit Minenarbeit. Auch sind wir zu einem wunderschönen Aussichtspunkt gefahren, weit oben in den Bergen, von wo aus man kilometerweit sehen kann. Ganz Berga und die umliegenden Dörfer lagen vor uns, es war sehr eindrucksvoll. Natürlich haben wir auch einiges in Berga unternommen, sind den ein oder anderen Abend in eine Bar gegangen oder sind einfach etwas durch die schöne Kleinstadt gebummelt.

Eva war dann eher für die Kategorie Nachtleben und Abenteuerausflüge zuständig. So sind wir zusammen mit Evas zugegebenermaßen ziemlich ausgeflipptem Freundeskreis nach Vic auf ein Musikfestival gefahren und haben dort die ganze Nacht getanzt, gefeiert und einfach nur Spaß gehabt. Am nächsten Morgen haben wir uns dann beide frei genommen… Bei Eva zuhause haben wir sehr gewagte Kochexperimente veranstaltet (ich habe „Nudeln mit Tomate und Ei“ nach Spanien gebracht) und die Nerven der Nachbarn durch ausgiebiges Gitarre spielen und Gesang strapaziert.

Wir haben dieses Mal auch sehr viel geredet und ich erfuhr unter anderem, wie es in Berga aussah, bevor Tiere nach Deutschland vermittelt wurden. Das Tierheim Berga ist ja bekanntlich keine Perrera, wo Hunde nach einer gewissen Zeit einfach getötet werden. Trotzdem mussten damals einige Tiere eingeschläfert werden, wenn das Tierheim mal wieder aus allen Nähten platzte. Um neue, vermittelbare Tiere aufnehmen zu können, mussten „unvermittelbare“ eingeschläfert werden, das waren die Kranken, Alten, Aggressiven. Carme sagte: „Das war damals das allerschlimmste von allem, für alle von uns. Da keiner die Entscheidung treffen wollte, haben wir alle auf einen Zettel geschrieben, welche Hunde unserer Meinung nach die geringsten Chancen hatten, und die Hunde, die auf den meisten Zetteln standen, wurden eingeschläfert. Keiner wollte das. Es war eine schlimme Zeit.“ Seit das Tierheim Berga mit der Tierhilfe Spanien zusammenarbeitet, wurde dort kein einziges Tier mehr eingeschläfert (außer wegen Krankheit). Das macht mich unendlich stolz.

Bis auf den besagten Morgen, den ich mir frei genommen habe, habe ich die gesamten 3 Wochen jeden Tag 8 Stunden im Tierheim mitgearbeitet und konnte so natürlich wieder alle Tiere ganz persönlich kennen lernen. Einige kannte ich ja schon vom letzten Mal, doch es waren auch ein paar neue Nasen dabei, zum Beispiel Petra, die Brüder Ron und Bourbon, Nespra, Popa, Fulla, … Bei den „alten Hasen“ konnte ich wieder einige positive Veränderungen feststellen, so geht es mit den „4 von der Tankstelle“ (Plato, Pluti, Menta, Heura) langsam aber stetig aufwärts, Pluti macht hier die besten Fortschritte und ist bei seiner Bezugsperson schon richtig zutraulich. Den anderen drei fällt es noch sichtlich schwer, einem Menschen zu vertrauen. Auch Polo (der inzwischen übrigens in Aachen wohnt) machte einen großen Fortschritt, er ließ sich von mir streicheln, am Halsband nehmen und machte insgesamt einfach einen sehr guten Eindruck auf mich. Die größte Überraschung bescherte mir allerdings der kleine freche Beep: Wollte er mich doch letztes Mal am liebsten noch auffressen, wenn ich an seinem Zwinger vorbeiging, ließ er sich nun nach einigen Tagen von mir streicheln, kam zu mir und sprang mit den Vorderpfoten auf mein Knie wenn ich mich setzte, und leckte mir durchs Gesicht. Ab da waren wir die besten Freunde und der kleine Mann wurde mir von Tag zu Tag sympathischer.

 Eines Tages kontaktierte mich ein sehr netter Herr aus Bühl, der sich für die kleine Pipa interessierte. Er wollte sie persönlich in Berga abholen. Als alle Übernahmemodalitäten besprochen waren, wurde ein Termin festgelegt, an dem die Kleine von ihrer neuen Familie abgeholt werden sollte. Wir waren alle schon sehr gespannt. Am darauffolgenden Sonntag, einen Tag früher als geplant, führ dann ein schwarzer Mercedes am Tierheim vor und ich habe sofort am Nummernschild erkannt: Das sind sie! Ich holte Pipa aus dem Zwinger und sofort sprang der Funke. Wir machten den Vertrag und Familie Klein hat dem Tierheim Berga zusätzlich zu der Schutzgebühr noch einen beachtlichen Geldbetrag gespendet! An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank!

 Ich habe auch weiterhin meine E-Mails bearbeitet, und da der nächste Transport jetzt näher rückte, war ziemlich viel zu planen, sowohl vereinsintern, als auch mit den Adoptivfamilien. Zwei Tage vor dem Transport rief mich dann Christiane Häder an, sie hatte uns im Internet gesehen und wollte zwei Pflegehunde aufnehmen. So weit, so gut, das einzige Problem bestand darin, dass Christiane auf Sylt wohnt!!! Der Transport war allerdings nur bis Münster geplant und wir hatten keine Ahnung wie wir die Hunde bis zur Insel bekommen sollten. Da auch die Zeit drängte, legte ich ein paar Überstunden ein, und dank eines sehr hilfsbereiten Tierfreundes, den ich auf einer Notfall-Seite gefunden hatte, ließ sich der Transport doch noch organisieren. So durften auch Bino und Patxi die große Reise ins ungewisse antreten. An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschöne an Christiane für die spontane Organisation und dafür, dass schon kurz darauf beide Hunde ein super Zuhause gefunden haben! Seitdem ist Christiane auch aktiv in der Vermittlung tätig und nimmt regelmäßig Pflegehunde auf :-)

Doch das war nicht der einzige Stressfaktor kurz vor dem Transport. Ganz kurzfristig sagte uns nämlich eine Pflegestelle in der Schweiz ab, die eigentlich 3 Hunde und 3 Katzen, darunter auch Tina und Pelut, übernehmen wollte. Nun war Not am Mann, denn alle Tiere waren schon vorbereitet, und wir wollten sie unbedingt noch mit nach Deutschland nehmen. So waren wieder Überstunden angesagt, und am Ende landeten Tina und Pelut bei Chrissy, einer guten Freundin von mir zur Pflege (Pelut ist inzwischen vermittelt, Tina bleibt bei Chrissy), und unsere Vorsitzende Dr. Gudrun Pyka hat die drei jungen Katzen (Paula, Candy und Stella) bei sich aufgenommen. Für Meba, das kleine Welpenmädchen konnte noch ein tolles Zuhause auf Sylt gefunden werden. So ist alles noch gut ausgegangen und keines der Tiere musste in Berga bleiben! Es geht nichts über Teamwork :-)

Dann kam der große Tag: Der Transport! Ich war sehr aufgeregt, denn ich hatte zwar schon einige Transporte in Deutschland mitbekommen, aber noch keinen in Spanien. Außerdem würde ich heute das El Arca-Team kennen lernen und war schon sehr gespannt. Den ganzen Tag waren wir damit beschäftigt, alle Daten auf Richtigkeit zu überprüfen, Gesundheitszertifikate in allen möglichen Sprachen anzufertigen, noch mal alle Daten zu überprüfen, und schließlich, gegen Abend, stellten wir die Transportboxen bereit, legten jede mit einem Handtuch aus und warteten… nicht lange, denn das Arca-Team erschien pünktlich. Viel Zeit zum Begrüßen blieb nicht, die Tiere wurden in die Boxen gesteckt und in den Transporter geladen, alles festgezurrt und los ging die große Reise, und ich fuhr mit Ilona und Viky gen „Heimat“. Auf der Fahrt hatten wir dann jede Menge Zeit, uns kennen zu lernen und meinen Aufenthalt in El Arca ein bisschen zu planen. Je mehr wir uns Deutschland näherten, desto deutscher wurde auch das Wetter. Zuerst war es nur a****kalt, dann fing es an zu regnen, zu hageln, zu stürmen… ich wünschte mich zurück nach Spanien und Viky war schockiert, wie es im September schon so kalt und nass sein kann.

Nach der erfolgreichen Übergabe der Tiere kurz hinter der deutschen Grenze machten wir uns auf den Weg zu Ilonas Eltern nach Baden-Baden, wo wir übernachteten und am nächsten Tag einen sehr angenehmen Stadtbummel machten und von Ilonas Mutter hervorragend beköstigt wurden. Ein kleiner Stop am Supermarkt, und es ging zurück in Richtung Süden. In Manresa setzten mich die beiden dann ab und ich nahm den Bus zurück nach Berga, der zu allem Überfluss auch noch eine halbe Stunde Verspätung hatte, und so kam ich nach zwei sehr anstrengenden und ereignisreichen Tagen todmüde aber hochzufrieden und gut gelaunt wieder in Berga an. Einige Tage später fuhr ich nach Monzon, um dort die letzte Woche meiner Reise im Tierheim El Arca zu verbringen, der Erfahrungsbericht folgt in Kürze!



Melina Sobotta
www.tierheim-spanien.de


Eine Woche in El Arca
Melina Sobotta für Tierhilfe Spanien e.V.
Nachdem ich 3 Wochen in Berga verbracht hatte, wollte ich die letzte Woche meiner Reise nun nutzen, um auch das Tierheim El Arca in Monzón zu besuchen. Carme musste sowieso dorthin, um einige Boxen und Sachspenden abzuholen und so nutzte ich die Gelegenheit, um nach Monzón zu kommen. Ich hatte 3 kleine Kätzchen, Samanta, Endoro und Churro, im Gepäck, die ich auf meinem Rückflug mit nach Deutschland nehmen wollte. Am Tierheim angekommen, wurden wir von Viky, einer der Gründerinnen von El Arca, begrüßt und aufs Gelände gelassen. Eine Hundegruppe hatte gerade Freilauf und wir wurden sofort von einem Rudel von ca. 20 Hunden umzingelt, die ganz neugierig auf die neuen Besucher waren. Nachdem Carme ihre Sachen eingeladen und sich verabschiedet hatte, führte mich Viky durchs Tierheim.

 Es gibt ca. 12 Zwinger, in denen je nach Größe 2-12 Hunde zusammenleben. Es sind Außenzwinger und die Hunde haben als Unterschlupfmöglichkeit kleine Steinhütten. In der Arca arbeiten ca. 10 freiwillige Helfer in zwei Schichten. Morgens und nachmittags werden alle Hunde in Gruppen ins Freigehege gelassen, alle Zwinger gereinigt und danach wird gefüttert. Anders als in Berga bekommen die Hunde in El Arca Trockenfutter. Es gibt auch eine Art Küche, in der meistens so um die 10 Welpen, alte, kranke und sehr kleine Hunde untergebracht sind. Eben die, die nicht in die Gruppenzwinger können.

 Nach getaner Arbeit fuhr mich Viky dann nach Barbastro, einen Nachbarort, wo Ilona, die deutsche Helferin in El Arca, wohnt. Bei ihr würde ich die nächste Woche wohnen. Dort angekommen begrüßte mich Ilonas Cocker-Spaniel Purzel und natürlich Ilona, die mir mein Zimmer zeigte und kurz darauf ein köstliches Abendessen gezaubert hatte. Ich richtete mich (und die 3 Rabauken) ein und gesellte mich dann zu Ilona und Pedro, Ilonas Ehemann, der inzwischen von der Arbeit gekommen war.

hatte ich doch die letzten 3 Wochen in Berga jeden Tag 8 Stunden voll mit angepackt, gestaltete sich die Woche in El Arca arbeitsmäßig für mich recht entspannt, da die freiwilligen Helfer dort mit solchem Eifer im Einsatz sind, dass für mich kaum noch etwas zu tun blieb. Ich habe mich dann ab dem 2. Tag darauf konzentriert, neue Fotos von allen Hunden zu machen, da die im Internet dringend überholbedürftig waren. Ich verbrachte also täglich mehrere Stunden knipsend im Tierheim und freundete mich natürlich mit den Hunden und Helfern an. Inzwischen war mir auch bewusst geworden, was es heißt, 3 Katzenbabys um sich herum zu haben. Vor allem nachts weckten sie mich alle Nase lang auf, da sie jeweils um 2, 4 und 6 Uhr der Meinung waren, dass jetzt die beste Zeit ist, um zu fressen, zu spielen, herzzerreißend zu maunzen oder an allen möglichen Gegenständen heraufzuklettern (und mit einem lauten Bums wieder runterzufallen). Zum Glück konnte ich morgens relativ lange schlafen…

Eines Tages fragte mich Mechi (Vikys Schwester, auch aktiv im Tierheim), ob ich mit ihr zu einem Radiosender kommen möchte, der jede Woche eine halbe Stunde eine Sendung über das Tierheim bringt. Das interessierte mich natürlich und ich wollte mit. Dort angekommen, stellte Viky mich dem Moderator vor und als er hörte, was es mit unserer Zusammenarbeit auf sich hat, überredete er mich, auch an der Sendung teilzunehmen. Mir schlug das Herz bis zum Hals, da ich zwar ganz gut Spanisch spreche, mir aber immer noch eine Menge Wörter fehlen. Dann kam die erste Frage an mich, die zweite… Insgesamt sprachen wir ca. 10 Minuten miteinander, und bis auf eine Stelle, wo mir das spanische Wort für Einstellung (actitud) nicht auf Anhieb einfiel, machte ich meine Sache glaube ich ganz gut. Aufgeregt aber positiv überrascht über meine eigene offensichtlich doch vorhandene Sprachkompetenz führ ich mit Mechi wieder gen Tierheim, wo wir uns 2 Stunden später mit den anderen die Übertragung anhörten. Einige Tage später kam die nächste Aufregung: Die dicke Vera, die bei einem nächtlichen Ausflug von einem unbekannten Liebhaber geschwängert worden war, bekam ihre Welpen. Als wir im Tierheim ankamen, hatte sie bereits 5 Stück, und ich setzte mich zu ihr in die Hütte und legte ihr eine frische Decke hin. Ein paar Minuten später erlebte ich einen der aufregendsten Momente meines Lebens: ich sah das Wunder der Geburt – live und in Farbe: Vera hob ihren Schwanz an, presste… und heraus flutschte eine Blubberblase mit einem kleinen schwarz-weißen Etwas – ein neues Leben war geboren. Die Blase platzte und das kleine Etwas wurde zu einem winzig kleinen Hündchen, das herzzerreißende Quietschgeräusche von sich gab und sofort von Mama Vera trockengeleckt wurde.

Wir mussten kurz darauf wieder fahren (was mir gehörig gegen den Strich ging), und als wir 2 Stunden später noch einmal wiederkamen, hatte sich die Zahl der Welpen auf 10 (!!!) erhöht, alle waren wohlauf und hatten es sich an der Milchbar bequem gemacht, und Vera lag völlig KO, aber zufrieden auf der Seite und leckte die Kleinen gelegentlich liebevoll sauber.

 Einen Tag später hatte ich ihnen allen Namen verpasst: Fritz, Anton, Leo, Paul, Shira, Sora, Joy, Lena, Lucy und Sina, und einen Zettel mit den Unterscheidungsmerkmalen ans Schwarze Brett gepinnt (ALLE waren schwarz-weiß gescheckt!). Das Fotoshooting war am nächsten Tag und ab da standen die Minis auch im Internet zur Vermittlung.

 Auch in dieser Woche machte ich einige Ausflüge, dieses Mal mit Ilona und Pedro. Einmal machte ich mit Ilona einen Stadtbummel durch Barbastro, übrigens eine ganz entzückende Kleinstadt, und einmal fuhren wir zu viert (Ilona, Pedro, Purzel und ich) in ein französisches Bergdörfchen in den Pyrenäen. Das war ein wunderschöner Ausflug und wir hatten einen tollen Tag. Aufregend war dann auch meine Heimreise. Da mich niemand nach Barcelona zum Flughafen fahren konnte (der ist gut 2 Autostunden von Monzón entfernt), musste ich den Bus nehmen. Ich bin also mit einem riesen Koffer, einem Rucksack, einer Handtasche und 3 maulenden Katzenbabys mit dem Bus bis Barcelona gefahren, dort holte mich ein Bekannter von Pedro ab, der dort arbeitet, fuhr mich bis zum Flughafen (inklusive einer „Guided Tour“ vom Auto aus) und dort war ich dann pünktlich zum Einchecken. Vorher ließ ich allerdings die 3 Fellmonster noch einmal auf den Rasen vor dem Terminal, damit sie vor dem Flug noch mal pieseln konnten. Der Sicherheitsbeamte, der vorbeikam, staunte nicht schlecht und wir kamen noch ins Gespräch. Der Heimflug verlief reibungslos, die Miezen haben alles verschlafen und gut überstanden.


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